Viel zu wenig, um das immer längere Leben zu finanzieren. Wachsen tut einzig die Versorgungslücke: Bis 2040 wird der Anteil zwischen dem benötigten Einkommen und den Renten- und Spargeldern, die tatsächlich vorhanden sind, auf rund 40 Prozent ansteigen. Das prognostiziert das Institut für Vorsorge- und Finanzplanung (IVFP). Geschäftsführer Michael Hauer warnt: „Diese Lebensstandardlücke ist nicht nur zu Ruhestandsbeginn vorhanden, sondern lebenslänglich.“

Renten können nicht Schritt halten

Aber Hauer betont auch: „Es ist genug Geld vorhanden, die Menschen müssen nur genau planen.“ 50plus-Kunden haben vier Mal so viel Geld wie junge Familien. Auf sie entfallen nicht nur 80 Prozent aller Sparkonten bei den Banken. 650.000 von ihnen bekommen jährlich Leistungen aus Lebensversicherungen ausgezahlt – in einer Höhe von täglich 150 Millionen Euro. Um genau zu planen, muss man allerdings wissen, wie hoch die gesetzliche Rente später ausfallen wird. Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) wirbt seit einiger Zeit mit der Kampagne „Wir leben länger, als wir denken“ dafür, notwendige Altersvorsorge zu betreiben. Dafür hat er eine Rentenstudie in Auftrag gegeben, die die Entwicklung bis 2040 untersucht hat. Positives Ergebnis: Die Rentenanpassungen werden im Durchschnitt hoch genug sein, um die Inflation mehr als nur auszugleichen.

Aber die Löhne werden, wie schon in der Vergangenheit, schneller wachsen als die Renten. Trotz eines spürbar steigenden Beitragssatzes (von heute 18,7 Prozent auf 24 Prozent im Jahr 2040) sinkt das Bruttorentenniveau daher von heute gut 46 Prozent auf 39 Prozent im Jahr 2040. Das bedeutet, dass die Rente bei anhaltend guter wirtschaftlicher Entwicklung in 25 Jahren zwar höher sein wird als heute – aber im Verhältnis zum zuvor verdienten Einkommen fällt sie deutlich niedriger aus.



Lücken in der Absicherung bekannt

Was bedeutet das für die private Vorsorge? In einer Easy-Credit-Studie des Kreditfinanzierers Team Bank wird klar, dass sich die Generation 50plus der Lücken in der eigenen Altersabsicherung durchaus bewusst ist. Für zwei von drei Befragten besteht Nachholbedarf in Finanzfragen. Alexander Boldyreff, Vorstandsvorsitzender der Team Bank, sagt: „In den letzten Arbeitsjahren bietet es sich an, die bisherige Vorsorge zu überprüfen und den Ruhestand gewissenhaft vorzubereiten.“ Dazu fehlt vielen die Übersicht. 45 Prozent der 50 bis 79-Jährigen kennt die Summe, die ihnen monatlich zur Verfügung steht, nur in etwa.