Assekuranz der Zukunft› zur Themenübersicht

Bürde der Lebensversicherer zeigt Wirkung Zinszusatzreserve klettert auf rund 60 Milliarden Euro

Lars Heermann ist Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei Assekurata.
Lars Heermann ist Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei Assekurata. © Assekurata

Der Reservetopf der Lebensversicherer wird immer voller: Rund 60 Milliarden Euro hat die Branche als Zinszusatzreserve (ZZR) gebildet, wie eine Studie der Ratingagentur Assekurata ergab. Der finanzielle Kraftakt zeigt offenbar Wirkung: Die Garantieanforderungen in den Versichertenbeständen würden so deutlich entlastet, berichtet Assekurata.

|  Drucken

Viel hilft viel, könnte man zusammenfassend sagen: Aufsummiert habe die seit 2011 gestellte Zinszusatzreserve (ZZR) in den Lebensversicherungsbeständen dazu geführt, dass die Branche im Mittel effektiv noch ein durchschnittliches Garantieniveau von 2,03 Prozent bedienen müsse. Ohne Berücksichtigung der ZZR läge dieser Wert bei 2,77 Prozent, wie die Analysten der Ratingagentur Assekurata mitteilen. „Die durchschnittliche Entlastungswirkung um 74 Basispunkte zeigt, dass die Zinsvorsorge ökonomisch wirkt“, sagt Assekurata-Analyst Lars Heermann.

Doch die finanziellen Anstrengungen der Branche haben auch eine Kehrseite: Laut Assekurata hat ein Festhalten an der Berechnungsmethodik der ZZR in den kommenden Jahren weiter deutlich steigende Zuführungen zur Folge. Dies würde die Unternehmen „unter Ertragsdruck bringen“, prognostizieren die Marktexperten. „Aus Sicht von Assekurata scheint daher eine baldige Neukalibrierung der ZZR-Berechnung gerechtfertigt“, heißt es.

Deckungsrückstellung steigt 2017 auf einen neuen Höchstwert

Der Studie zufolge mussten die Lebensversicherer der Deckungsrückstellung im Jahr 2017 einen neuen Höchstwert von rund 15 Milliarden Euro zuführen, was der Höhe nach fast dem gesamten bilanziellen Eigenkapital der Branche entspricht. Dabei belasteten die jährlich steigenden Zuführungsvolumina die Ertragslage der Unternehmen erheblich.

„Allein für die Zuführung im Jahr 2017 mussten die Lebensversicherer rechnerisch 1,70 Prozent Nettozins aus ihren Kapitalanlagen erwirtschaften, was in dem vorherrschenden Niedrigzinsumfeld keine Selbstverständlichkeit ist“, gibt Heermann zu bedenken. Aufsummiert erreicht die ZZR Ende 2017 ein Gesamtvolumen von rund 60 Milliarden Euro.

Standard Life bleibt Standard Life
Werbung

Obwohl Standard Life jetzt offiziell der Phoenix Gruppe angehört, wird sich für die deutschen und österreichischen Vertriebspartner und Kunden des Versicherers in Zukunft nichts ändern.

Im Video-Interview spricht Susan McInnes, Vorstandsvorsitzende der Standard Life Versicherung, über ihre Pläne und die Details der strategischen Partnerschaft mit der Phoenix Gruppe.

Vorsorgen mal anders
Werbung

Wer spart, denkt oftmals an Tagesgeldkonten, Aktieninvestments oder gar Sparschweine. Doch man kann auch anders vorsorgen: indem man die eigene Person zur Marke macht. Das kann natürlich nicht jeder.

Lesen Sie hier wie Christiano Ronaldo es seit dem Kindheitsalter perfektioniert hat, in sich selbst zu investieren - und damit die beste Vorsorge für die eigene Zukunft zu treffen.

Offizielle Stellungnahme zu den Brexit-Plänen
Lohnlücke zwischen Frauen- und Männerfußball: Topgehälter versus Hungerlohn
Der GARS – Rückblick und Ausblick