„Was die finanzielle Absicherung im Ruhestand angeht, stehen wir vor einer großen Herausforderung“, macht Charles Neus von Schroders klar. Das zeigt ein nüchterner Blick aufdie Fakten: Waren im Jahr 2013 über 560 Millionen Menschen über 65 Jahre alt, sollen es Schätzungen zufolge bis 2050 mehr als 1,5 Milliarden sein. Denn laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa (OECD) hat sich die Lebenserwartung seit 1960 global um eine ganze Dekade verlängert.

Längere Bezugszeit der Rente

Die Konsequenz: Schon heute beziehen Ruheständler im Durchschnitt doppelt so lange ihre Rente wie vor 40 Jahren. Und aufgrund der steigenden Lebenserwartung wachsen die Ausgaben für Konsum und Gesundheit.

Neus hat vor diesem Hintergrund weltweit die Altersvorsorgesysteme unter die Lupe genommen: „Ein Ergebnis ist, dass sich überall die Probleme gleichen.“ Zum Beispiel ist absehbar, dass bei den meisten Menschen das Vermögen im Ruhestand für die Aufrechterhaltung des bisherigen Lebensstandards nicht ausreichen wird.

Das legen zumindest Untersuchungen aus Großbritannien, den USA oder auch aus Australien nahe. Ein Problem, das für deutsche Sparer schon deshalb gilt, weil sie rund 40 Prozent ihres Geldvermögens auf der Bank, also in extrem niedrig verzinsten Spareinlagen, liegen haben. Dass die Menschen hierzulande damit kein ausreichendes Finanzpolster aufbauen können, ist längst kein Geheimnis mehr.

Ein Patentrezept für die Vorsorge der sogenannten Best Ager gibt es laut Neus allerdings nicht. Aber es sind bestimmte Anforderungen zu definieren, die ein funktionierendes Altersvorsorgekonzept erfüllen muss. „Dazu gehören die Absicherung für den Fall, länger zu leben als erwartet, der Schutz des bereits erzielten Kapitalzuwachses und der Ausgleich der Inflation“, erklärt er. „Grundsätzlich lässt sich das so zusammenfassen, dass ein solches Konzept einen angemessenen und nachhaltigen Ertragsstrom über den gesamten Zeitraum des Ruhestands bis zum Tod gewährleisten soll.“

Dem stehen die Wünsche der Ruheständler gegenüber. Dazu zählt besonders das Thema Flexibilität: Rentner wollen Kontrolle über das angelegte Vermögen, entweder, um sich Wünsche zu erfüllen, oder für etwaige Notfälle, außerdem einen Ermessensspielraum hinsichtlich der Auszahlungen und die Möglichkeit, das Rendite-Risiko-Profil ihrer Anlagen selbst auszuwählen. Hinzu kommen weitere Ziele wie das Erwirtschaften stabiler Erträge, die Einfachheit und Vertrautheit der Produkte, Transparenz auch nicht zuletzt hinsichtlich der Kosten oder die Möglichkeit, den übrigen Kapitalstock im Todesfall an die Hinterbliebenen weitergeben zu können.