Vorsicht beim Foto teilen Wenn ein Facebook-Post die BU-Rente kostet

Wer surft kann nicht berufsunfähig sein? Davon scheint zumindest die dänische Rentenversicherung auszugehen.
Wer surft kann nicht berufsunfähig sein? Davon scheint zumindest die dänische Rentenversicherung auszugehen. © Getty Images

Ein an Burnout erkrankter Arbeitnehmer bekommt von seiner Versicherung plötzlich keine BU-Leistung mehr. Warum? Der 36-Jährige postete auf seinem Facebook-Account Fotos, die ihn lächelnd und mit einem Surfbrett unter dem Arm geklemmt am Strand zeigen. Die Details gibt's hier.

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Die dänische Rentenversicherung FPA stellte daraufhin das monatliche Krankengeld in Höhe von umgerechnet gut 2.600 Euro ein. Die Behörde schickte dem Betroffenen laut eines Berichts der dänischen Tageszeitung Jydske Vestkysten einen Brief mit den Worten: „Sie wirken durchtrainiert und lächeln. Wir gehen davon aus, dass die ärztlichen Erklärungen vom Dezember 2014 nicht länger stimmen.“

Mehrere Ärzte stellten bei dem Mann aber ein Nicht-mehr-arbeiten-können fest. Er sei depressiv und selbstmordgefährdet. Laut Bericht rieten die Mediziner dem Mann sogar dazu, auf Reisen zu gehen. Man könne den medizinischen Zustand eines Patienten nicht anhand von sechs Foto beurteilen, gibt der Präsident des dänischen Ärztekomitees für Zertifizierung, Flindt Müller, zu Bedenken.  

Der Mann will nun Klage gegen die Behörde einlegen. Man hätte zuerst ein Gespräch mit ihm führen sollen, statt direkt die Zahlungen einzustellen, kritisieren seine Anwälte.

Pfefferminzia HIGHNOON