Die bAV-Verträge der Mitarbeiter an das wirtschaftliche Ergebnis des jeweiligen Unternehmens zu koppeln – diesen Vorschlag hat nun der bAV-Experte Gregor Thüsing von der Universität Bonn gemacht. © dpa
  • Von Lorenz Klein
  • 26.02.2020 um 15:58
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Viele Unternehmen scheuten vor der betrieblichen Altersversorgung (bAV) zurück, weil sie rechtliche und wirtschaftliche Risiken fürchteten, meint Gregor Thüsing von der Universität Bonn. Der Wissenschaftler schlägt daher vor, bAV-Verträge an die wirtschaftlichen Ergebnisse der Unternehmen zu koppeln. Dies könne helfen, Hemmungen bei Arbeitgebern abzubauen.

Der Versicherer Axa sorgt sich um die Zukunft der betrieblichen Altersversorgung (bAV): Zwar sei die bAV durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz seit 2019 „nochmal gestärkt“ worden, wie das Unternehmen am Mittwoch erklärte. Allerdings seien zahlreiche politische Fragen zur Zukunft des Alterssicherungssystems zurzeit ungeklärt und auch die Komplexität der bAV wirke „auf viele Arbeitgeber und -nehmer noch abschreckend“.

Um die Berührungsängste bei den Unternehmen in Sachen bAV abzubauen, macht die Axa einen neuen Vorschlag beziehungsweise verweist in ihrer Mitteilung auf eine Idee des Wissenschaftlers Gregor Thüsing von der Universität Bonn. Dieser könne sich „eine höhere Variabilität in der rechtlichen Ausgestaltung vorstellen“.

Was das konkret heißt, erklärt Thüsing so: „Zum Beispiel kann eine Begrenzung der Vertragslaufzeit oder eine Kopplung der bAV-Verträge an das wirtschaftliche Ergebnis des jeweiligen Unternehmens die Hemmschwelle bei den Arbeitgebern möglicherweise senken.“ Der Gesetzgeber sollte hier „klarstellend Rechtssicherheit schaffen“, so die Forderung.

Anbieter von bAV-Lösungen in der Verantwortung

Der bAV-Experte begründet seinen Appell damit, dass viele Arbeitgeber nur deshalb vor der bAV zurückschreckten, „weil sie rechtliche und wirtschaftliche Risiken fürchten“. Hier sehe er auch die Anbieter von bAV-Lösungen in der Verantwortung, diesen Ängsten „durch kompetente Beratung zu begegnen“.

Axa-Konzern-Vorstand Thilo Schumacher geht laut Mitteilung davon aus, dass die Rolle der privaten und auch der betrieblichen Absicherung immer wichtiger werde, weil die staatliche Absicherung durch die demographische Entwicklung sinken müsse. Wer nachhaltig und sicher anlegen wolle, für den gebe es keine Alternativen zu Versicherungen, so Schumacher, „weil niemand anderes langfristig Zinsen garantieren und das Langlebigkeitsrisiko absichern kann“.

„Den Verbreitungsgrad der bAV zu erhöhen – sonst droht das Obligatorium“

Das etwas in der bAV passieren müsse, fordert auch Pfefferminzia-Kolumnistin Cordula Vis-Paulus. „Für uns Vermittler sehe ich drei Punkte im Fokus“, schreibt die bAV-Expertin in ihrer aktuellen Kolumne. „Den Verbreitungsgrad der bAV zu erhöhen – sonst droht das Obligatorium“, stellt sie als erstes klar. Wie die weiteren Punkte lauten, erfahren Sie hier.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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