Vorschläge zur Renten-Reform „Man versündigt sich an den Jüngeren“

Drittklässler testen einen Mini-Roboter: Gerade die junge Generation wird die Zeche für jetzige Rentengeschenke zahlen müssen.
Drittklässler testen einen Mini-Roboter: Gerade die junge Generation wird die Zeche für jetzige Rentengeschenke zahlen müssen. © dpa/picture alliance

Bei der aktuellen Debatte um eine Renten-Reform müsste es einer Gruppe eigentlich Angst und Bange werden: den jungen Leuten. Denn sie werden für die höheren Rentenleistungen zahlen müssen.

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Ob Mütterrente, Rente mit 63 oder weitere Rentengeschenke – bezahlen müssen das vor allem junge Leute, schreibt Dorothea Siems, Chefkorrespondentin für Wirtschaftspolitik bei der Tageszeitung Die Welt, in ihrem Kommentar. Es sei ärgerlich, dass die Koalition in der Rente den Rückwärtsgang einlege, statt die Zukunftsfähigkeit des Systems im Auge zu behalten.

Siems findet die Entscheidung von 2001, die Alterssicherung auf mehrere Säulen zu stellen, richtig. Und das bleibe sie auch in Zeiten niedriger Zinsen. „Denn die Behauptung der Arbeitsministerin, die gesetzliche Rente sei wesentlich robuster und wetterfester als die private Konkurrenz, blendet die absehbaren Probleme der staatlichen Rente einfach aus“, kritisiert Siems. Auch wenn es heute keinen großen Spaß mache, fürs Alter vorzusorgen, könne man sich guten Gewissens nicht auf ein System verlassen, das von der Hand in den Mund lebe.



Siems: „Wer wie Gabriel und Seehofer mehr Leistungen aus dem staatlichen System in Aussicht stellt, indem er die laut Gesetz vorgesehene weitere moderate Absenkung des Rentenniveaus verhindert, versündigt sich an den Jüngeren.“ Schon jetzt müssten deutsche Arbeitnehmer für Steuern und Sozialabgaben tief in die Tasche greifen. Je mehr man den Älteren gebe, desto mehr müsse man den Beitragszahlern abnehmen. „Eine solche Rentenpolitik verletzt nicht nur das Gebot der Generationengerechtigkeit. Sie ist auch eine absurde Reaktion auf die Armutsverteilung in Deutschland“, schimpft Siems.

Derzeit seien schließlich nur 3 Prozent der Rentner auf Grundsicherung im Alter angewiesen. Gleichzeitig lebten 15 Prozent der Kinder hierzulande von Hartz IV. Keine Generation sei sozial so gut abgesichert wie die über 65-Jährigen. Siems: „Zwar wird die Altersarmut künftig zunehmen, aber keineswegs Durchschnittsverdiener betreffen, wie jetzt von Panikmachern behauptet wird.“
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