Von Rivalen zu Partnern So können Versicherer und Asset-Manager voneinander profitieren

Tandemsprung: Versicherer und Asset-Manager werden Kooperationspartner
Tandemsprung: Versicherer und Asset-Manager werden Kooperationspartner © Getty Images

Versicherer und Asset-Manager kämpften lange gegeneinander, wenn es um Anlegergelder ging. Dabei können sie auch bestens miteinander kooperieren. Der Anfang ist gemacht.

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Versicherer und Fondsgesellschaften waren lange erbitterte Konkurrenten, wenn es um die private Altersvorsorge ging. Beide Seiten haben indes längst anerkannt, dass Wettbewerber gleichzeitig auch als Partner agieren und voneinander profitieren können. Denn die Fondsgesellschaften haben über die Versicherer einen weiteren – regulatorisch begünstigten – Absatzkanal, der tendenziell langfristiges Geschäft liefert. Die Versicherer können sich im Gegenzug Asset-Management-Know-how einkaufen. Und sie können die Umsetzung von Garantien an den Kapitalmarkt auslagern.

Zum einen gilt es, die Kapitalanlagen der Versicherer, etwa die Sicherungsvermögen für Lebensversicherungen, effizienter zu gestalten. Fast 1,5 Billionen Euro müssen die deutschen Erst- und Rückversicherer möglichst gewinnbringend anlegen. Rund 80 Prozent der Gelder sind festverzinslich angelegt (siehe Grafik unten). Bei den Lebensversicherern, auf die mit rund 55 Prozent der Großteil der zu verwaltenden Gelder fällt, stecken sogar fast 90 Prozent in Festverzinslichen. Um weiterhin für die Verpflichtungen auskömmliche Verzinsungen zu erreichen, müssen die Versicherer ihre Kapitalanlagen besser diversifizieren, und – soweit möglich – höhere Risiken eingehen. In ihrem aktuellen Ausblick für den Lebensversicherungsmarkt hat die Rating-Agentur Assekurata festgestellt, dass sich die Bonitäten im Anleihebereich bei der Kapitalanlage der Versicherer bereits verschlechtert haben.



Auf der Suche nach Rendite

Waren 2011 noch 44 Prozent des Anleihebestands in AAA-Papieren investiert, lag der Anteil 2014 bei nur noch 34 Prozent. Nicht nur innerhalb des Anleihebereichs wird nach renditestärkeren Alternativen gesucht, Assekurata beobachtet ebenfalls eine zunehmende Beimischung realwertorientierter Investments wie Aktien, Immobilien, Private Equity oder alternativer Finanzierungsformen. Spätestens hier sind die meisten Versicherer auf fremde Hilfe angewiesen.

Auf einer anderen Ebene arbeiten Fondsgesellschaften und Versicherer bei Fondspolicen zusammen. Laut Fondspolicen-Report 2015 vom Analysehaus Finanz-Research buhlen 175 deutsche und internationale Fondsgesellschaften um die Gunst von 63 Versicherern. Dabei geht es zum einen um die Aufnahme ihrer Produkte in die Fondspalette der Policen. Zum anderen sind aber auch spezielle Produkte gefragt wie gemanagte Depots mit unterschiedlichen Risikoprofilen. Daneben sind Investmentgesellschaften wichtige Produktgeber für die dynamischen Hybridmodelle. Hier fließen Gelder – aktiv gemanagt – in die drei Töpfe: Sicherungsvermögen der Versicherer sowie freie Fonds und vor allem Wertsicherungsfonds der Fondsgesellschaften.

In Zukunft werden die Kooperationen zwischen Lebensversicherern und Asset-Management-Häusern sicherlich ausgebaut. Die Messeboutique FinPro etwa will helfen, die Zusammenarbeit zu stärken. Und ganz in diesem Sinn ist auch der Kongress „Growth and Value“ auf der diesjährigen Finanzund Versicherungsmesse DKM zu verstehen (siehe Veranstaltungstipp unten). Denn klar ist: Die früheren Rivalen werden mehr und mehr zu beiderseits geschätzten Partnern.



Veranstaltungstipp

Auf der DKM 2015 findet am 28./29.10. in Dortmund „Growth & Value. Der neue Kongress für Investments und kapitalmarktorientierte Versicherungslösungen“ statt. Mehr Informationen unter www.die-leitmesse.de

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