Vom Offline- zum Online-Berater Mit der Videoberatung Kosten in dreistelliger Höhe sparen

Chat via Skype: So nah und doch so fern. Die Filmemacher Jemaine Clement (li) and Taika Waititi demonstrieren, wie man via Skype ins Wohnzimmer seines Gesprächspartners kommen kann.
Chat via Skype: So nah und doch so fern. Die Filmemacher Jemaine Clement (li) and Taika Waititi demonstrieren, wie man via Skype ins Wohnzimmer seines Gesprächspartners kommen kann. © Getty Images

Lang hat es gedauert, aber die Versicherungsbranche öffnet sich zunehmend neuen digitalen Konzepten. Das merke man auch an einer stärkeren Akzeptanz der Videoberatung, so die Online-Experten Dominik Vollrath und Julius Kretz. Welche Vorteile die Beratung via Video hat und wie Makler umsteigen können.

| , aktualisiert am 20.08.2015 10:36  Drucken
Für einfache Produkte wie Kfz-Policen brauchen Versicherungskunden oft keine persönliche Beratung mehr. Die nötigen Informationen und Abschlussmöglichkeiten finden sie im Netz. Für klassische Makler steige deshalb der Handlungsdruck, betont Videoberater Dominik Vollrath in einem Interview mit dem Portal Asscompact. So könnten sie diesem Wettbewerb nur standhalten, wenn sie sich auf den veränderten Markt einstellten.

Das gelte insbesondere für den größten Vorteil, den Makler gegenüber Online-Produkten bieten, ergänzt Kollege Julius Kretz: „Die persönliche Beratung der Vermittler bleibt ein starkes Alleinstellungsmerkmal gegenüber den digitalen Playern. Die Frage, die sich stellt, ist: Wie kann dieses Alleinstellungsmerkmal digitalisiert werden?“

Die Antwort von Kretz scheint einfach: „Die Videoberatung eignet sich hierfür ideal.“ Denn: „Die finanziellen Belastungen innerhalb der Testphase sind je nach Anbieter vergleichsweise gering, während die Chancen in puncto Kosteneinsparung, kulturellem Unternehmenswandel und Kundenzufriedenheit extrem hoch sind.“

Wie Makler den Wandel schaffen

Damit sich die Videoberatung im Unternehmen durchsetzen könne, müssten  Makler  aber umdenken, erklärt Kretz weiter. Für einen solchen Umbruch sei es wichtig, „bereits zu Beginn eine offene Kommunikation innerhalb des Unternehmens zu pflegen und verschiedene Abteilungen, auch über die IT hinaus, in das Projekt miteinzubinden.“ Grundlage sei zudem herauszufinden, welche Bedürfnisse und Erwartungen ein Unternehmen habe.

Wie das geht, erklärt Vollrath so: „Der übliche Ablauf ist die Entwicklung eines Anforderungskatalogs, die Softwareauswahl und darauf aufbauend die Pilotierung mit meist 20 bis 50 Vermittlern.“ Ergänzt werde das Ganze durch einen intensiven fachlichen und technischen Support.

Außerdem sei es „notwendig, den gesamten Prozess mit einer ganzheitlichen Lösung abzubilden.“ Das gelte auch für die Software. Sie benötige umfangreiche Funktionen wie Terminierung, Screensharing, einen sicheren Dokumenten- und Nachrichtenaustausch sowie den Vertragsabschluss und die Videoverifikation.

Ebenfalls empfehlen Vollrath und Kretz, sich fachlichen Rat von Videoexperten zu holen. Denn: „Vor allem die emotionale Ansprache innerhalb des digitalen Beratungsprozesses sollte intensiv geschult werden.“

Was die Videoberatung bringt

Wenn Makler den Prozess erfolgreich installierten, könnten sie monatlich pro Vermittler auf eine Kosten- und Zeitersparnis in dreistelliger Höhe kommen. Das liege zum Beispiel daran, dass sie sich Kosten und Zeit für die Fahrt zum Kunden sparen könnten.

Kritische Sicht auf Konkurrenz

Der Markt der digitalen Angebote und Versicherungs-Apps wächst. Was Vollrath und Kretz bei der Konkurrenz stört: „Ein wichtiges Thema ist die Transparenz gegenüber dem Kunden. Die Anbieter fordern für die Nutzung oftmals eine Maklervollmacht. Erst nach digitaler Erteilung können die Funktionen vollständig genutzt werden.“ Und weiter: „Die Frage, die sich stellt ist, ob dem Kunden bewusst ist, was er mit seiner Unterschrift auslöst und welche Auswirkungen ein vermeintlicher Test der jeweiligen Versicherungs-App hat.“
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