Die Cyberkriminalität stieg während der Corona-Krise an. © picture alliance/ Andreas Poertner
  • Von Manila Klafack
  • 21.09.2020 um 13:15
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Die Corona-Pandemie brachte eine steigende Internetkriminalität mit sich. Mit Phishing und Spam zum Thema Covid-19 versuchten Angreifer in anfällige IT-Systeme von vielen unerfahrenen Anwendern im Homeoffice einzudringen – besonders betroffen: die Videokonferenzenplattform „Zoom“. Das zeigt der Report „Attack Landscape“ des Cybersecurity-Spezialisten F-Secure.

Die Namen seriöser Unternehmen aus der Finanzbranche, wie Paypal, wurden im 1. Halbjahr 2020 besonders häufig von Cyberkriminellen dazu missbraucht, Schadsoftware mittels Phishing-E-Mails zu verbreiten. Bei den Plattformen war wiederum Facebook ein beliebtes Ziel von Cyberkriminellen – darüber hinaus auch das Videokonferenzentool „Zoom“. So lauten die Ergebnisse des neuen „Attack Landscape“-Reports des Cybersecurity-Spezialisten F-Secure für die ersten sechs Monate dieses Jahres.

Mit Beginn der Berichterstattung rund um Covid-19 sei es demnach schnell zu den ersten Phishing-Attacken gekommen. Dabei hätten die Sicherheitsexperten von F-Secure einen aufsteigenden Trend im Bereich der manuell installierten Malware erkannt, also bei den Schadprogrammen, die vor allem durch den Nutzer selbst auf den Rechner geladen werden (Anstieg von 24 Prozent im Jahr 2019 auf 35 Prozent im 1. Halbjahr 2020).

Videokonferenztool „Zoom“ als Fake-Domains

Tausende Fake-Domains hätten beispielsweise „Zoom“-Downloads imitiert. Ziel seien dabei die Angestellten gewesen, die nun im Homeoffice arbeiteten und Software für Videokonferenzen installieren wollten.

„Cyber-Kriminelle haben kaum operative Einschränkungen, so dass sie schnell auf aktuelle Ereignisse reagieren und in ihre Kampagnen einbeziehen können“, sagt Calvin Gan, einer der Manager der taktischen Verteidigungseinheit von F-Secure. „Die ersten Tage des Covid-19-Ausbruchs haben viele Menschen verwirrt und beunruhigt, und die Angreifer haben versucht, diese Ängste auszunutzen“, so Gan.

Die Betrugsversuche haben sich dem Bericht zufolge inhaltlich stark auf Themen rund um das Coronavirus verlagert. Obwohl die allgemeine Wirtschaftsleistung dramatisch eingebrochen ist, sei von einer Corona-Krise unter Cyberkriminellen nichts zu spüren gewesen.

Die meisten Angriffe aus China

Neben der Art der Angriffe werteten die Sicherheitsexperten von F-Secure aus, welche Länder besonders häufig betroffen waren und von welchen Ländern die Attacken häufig ausgingen. Allerdings müsse man diese Daten mit etwas Vorsicht genießen, so der Report. Oft würden die Angreifer ihre Herkunft verschleiern.

Die Länder, über deren IP-Adressen die meisten Angriffe erfolgten, seien China, die USA und Irland. Deutschland befinde sich auf Platz acht der weltweiten Angriffs-Quellländer.

China sei dabei nicht nur Quelle sondern auch häufiges Ziel der Angriffe. Unter den meistbetroffenen europäischen Ländern befinden sich Norwegen, Bulgarien, Niederlande, Dänemark, Österreich, Tschechien und Ungarn.

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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