Versicherungsdichte Singles und Alleinerziehende sind deutlich unterversichert

Eine Mutter und ihr Kind kühlen sich bei Temperaturen um 31 Grad Celsius in Berlin ab: Bei alleinerziehenden Menschen fehlt besonders häufig wichtiger Versicherungsschutz.
Eine Mutter und ihr Kind kühlen sich bei Temperaturen um 31 Grad Celsius in Berlin ab: Bei alleinerziehenden Menschen fehlt besonders häufig wichtiger Versicherungsschutz. © picture alliance/Wolfgang Kumm/dpa

Die Deutschen haben zu viele Versicherungen? Von wegen. Wie eine aktuelle Analyse des Versicherungsverbands GDV zeigt, hapert es bei den Bundesbürgern gerade an der Absicherung existenzieller Risiken. Die Details.

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Wie gut sind die Bundesbürger abgesichert, wenn es um wesentliche, existenzielle Risiken geht? Das hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) anhand einer Sonderauswertung der Einkommens- und Verbraucherstichprobe des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2018 ermittelt.

Privathaftpflicht
Bei der privaten Haftpflichtversicherung sieht es mit einer Versicherungsdichte von rund 83 Prozent noch am besten aus. Heißt im Umkehrschluss aber auch, gut 17 Prozent der Haushalte in Deutschland verzichten auf diesen wichtigen Schutz. Bei den Singles sind es 27 Prozent. Diese Menschen müssen also mit ihrem Privatvermögen (wie Geld, Immobilien, Grundbesitz) in voller Höhe haften, wenn sie anderen versehentlich einen Schaden zufügen.

Berufsunfähigkeitsversicherung
Auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist noch deutlich Luft nach oben. Nur jeder vierte Haushalt hat eine. Auch hier ist die Versicherungsdichte bei Menschen mit Kindern deutlich höher (54 Prozent) als bei Paaren ohne Kinder (21,9 Prozent) oder Singles (14,9 Prozent). Bedenklich ist hier, dass nur etwa jeder fünfte Alleinerziehende eine solche Police abgeschlossen hat.

Unfallversicherung
41,5 Prozent der Haushalte haben sich für den Fall abgesichert, dass sie einen Unfall erleiden und danach mit gesundheitlichen Folgen zu kämpfen haben. Wieder verzichten gerade Singles besonders häufig auf diesen Schutz, nur 31,2 Prozent besitzen eine private Unfallversicherung.

Risikolebensversicherung
Wer eine Risikolebensversicherung abschließt, sichert Familienangehörige oder andere Hinterbliebene für den eigenen Todesfall finanziell ab. Haushalte, in denen ein Paar oder ein Paar mit minderjährigen Kindern leben, verfügen daher überdurchschnittlich häufig über eine Risikolebensversicherung. Liegt die Versicherungsdichte im Schnitt nur bei 17,2 Prozent, ist der Anteil bei Paaren mit Kindern mit 43,4 Prozent deutlich höher.

Kfz-Versicherung
Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist für jeden Fahrzeughalter verpflichtend. Kaskoversicherungen indes nicht. In der Auswertung sind beide Versicherungen zusammen erfasst – die Versicherungsdichte liegt hier bei rund 81 Prozent.

Hausratversicherung
Wie ist es um den Schutz des Hab und Guts der Bundesbürger bestellt? Erstaunlich gut. Mit einer Versicherungsdichte von 75 Prozent liegt die Hausratversicherung hinter der privaten Haftpflichtversicherung auf Platz 2 der am häufigsten abgeschlossenen Versicherungen und damit weit etwa vor Berufsunfähigkeitsversicherungen.

Rechtsschutzversicherung
Eine Rechtsschutzversicherung, die vor hohen Anwaltskosten und Gerichtsgebühren schützt, haben 46,3 Prozent der Deutschen abgeschlossen. Singles schließen sie dabei häufiger ab (34,6 Prozent) als Alleinerziehende (28,0 Prozent) aber deutlich seltener als Paare mit (54,9 Prozent) oder ohne Kinder (56,7 Prozent).

Pfefferminzia-Zukunftstag 2019

Durchblick – der zweite Zukunftstag für Versicherungsprofis fand dieses Mal am 21. Mai in Köln statt. Hoch über den Dächern der Rhein-Metropole tauschten sich rund 100 Teilnehmer mit namhaften Referenten und Ausstellern über Zukunftsthemen in der Assekuranz aus. Verschaffen Sie sich hier einen Eindruck von der Veranstaltung.

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