Versicherungsbranche im digitalen Wandel “Strukturvertriebe haben uns sehr geschadet”

Carsten Maschmeyer: Mit seinem Strukturvertrieb AWD hat er Millionen gemacht. Viele Kunden sind dabei allerdings auf der Strecke geblieben. Dem Ruf der Versicherungsbranche scheint das nicht gerade gut getan zu haben.
Carsten Maschmeyer: Mit seinem Strukturvertrieb AWD hat er Millionen gemacht. Viele Kunden sind dabei allerdings auf der Strecke geblieben. Dem Ruf der Versicherungsbranche scheint das nicht gerade gut getan zu haben. © Getty Images

Auf einem Branchentreffen haben die deutschen Versicherer aktuell über die neuesten Markttrends beraten. Wie sich die Branche angesichts zunehmend netzaffinerer Kunden entwickeln wird, schätzen die Versicherer durchaus unterschiedlich ein. Einig ist man sich jedoch in der Kritik an den Strukturvertrieben.

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Auf dem sechsten Niedersächsischen Versicherungstag bekamen die Strukturvertriebe ordentlich Branchen-Schelte. Das berichtet das Beratermagazin Value. So ließ Rainer Jacobus, Vorstands-Chef der Ideal Lebensversicherung, verlauten: “Wir haben zu viel auf Quantität und zu wenig auf Qualität geachtet.” Was Jacobus damit meint, erklärt Klaus Tisson von der Alten Oldenburger so: “In der Zeit der Strukturvertriebe haben wir sehr viel kaputt gemacht.“ Und Dirk von der Wroge, Vertriebsvorstand der Mecklenburgischen, ergänzt: “Strukturvertriebe haben uns sehr geschadet.”

Was die Branche aus den Fehlern der Strukturvertriebe lernen will, formuliert HDI-Vorstand Norbert Hergenhahn indes so: “Wir müssen stärker aus Kundensicht denken.“

Diese Erkenntnis ist umso wichtiger, da sich wandelnde Kundenbedürfnisse im Zeitalter von Internet und Online-Handel den Versicherungsvertrieb und den Maklermarkt stark verändern. So wie die Alte Oldenburger sehen das allerdings nicht alle Versicherer. Laut Value glaubt beispielsweise die Concordia weiterhin an die Stärke der eigenen Vertriebsmannschaft.
Pfefferminzia HIGHNOON