Versicherungen und Social Media "Man muss Interesse schaffen"

Wie weit sind die deutschen Versicherer in der Welt von Facebook, Youtube, Twitter & Co. schon voran gekommen? Wo hakt es noch? Antje Gellert, Leiterin Kompetenzfeld Versicherungsmarketing bei den Versicherungsforen Leipzig, gibt Antworten.

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Das Interview führte Oliver Lepold und wurde uns freundlicherweise von VSP zur Verfügung gestellt.

VSP: Die Versicherungsforen richten in Kürze bereits zum vierten Mal eine Fachkonferenz zum Thema Social Media aus. Wie hat sich die Branche dort in den vergangenen Jahren aufgestellt?

Antje Gellert: Vor drei Jahren ging es hauptsächlich um Grundlagenwissen, also was verbirgt sich hinter Facebook, wie funktionieren die einzelnen sozialen Medien wie Xing, Blogs oder Twitter. Heute stehen viel mehr die Potenziale für das eigene Geschäft – nicht nur Vertrieb – im Blickpunkt. Es wird gefragt, wie man sinnvoll die einzelnen Kanäle in der Kommunikation mit dem Kunden oder Interesssenten verknüpfen kann.

VSP: Welche Schwerpunkte bietet die aktuelle Konferenz am 25. und 26. Februar in Leipzig?

Gellert: Am ersten Tag geht es um Kommunikationsmaßnahmen und darum, wie das potenzielle Interesse der Kunden über die einzelnen Kanäle generiert wird. Am zweiten Tag gehen wir konkret auf das Thema Vertrieb ein. Die meisten Experten sind sich einig, dass Social Media nicht als reiner Vertriebskanal in Frage kommen, sondern eher als unterstützende Funktion fungieren. Das Erfolgspotenzial wird eher im dezentralen Bereich bei den einzelnen Vertriebseinheiten gesehen.

VSP: Welches sind die wesentlichen Erfolgsfaktoren für den Einsatz von Social Media?

Gellert: Marke und Botschaft müssen zusammenpassen. Sie müssen glaubwürdig kommunizieren und für den User einen Mehrwert bieten. Es genügt nicht, einfach nur in den Social Media vertreten zu sein. Viele haben zwar strategische Ideen, aber bei den Inhalten hapert es dann leider doch, eine direkte Kundenansprache ist meist kontraproduktiv.

VSP: Wo hakt es?

Gellert: Die größte Herausforderung für die Assekuranz ist es, Interesse zu generieren; das ist im Versicherungssegment anspruchsvoller als im Konsumgüterbereich. Das geht mit einem Luxusauto plakativer als mit einer Risikolebensversicherung. Einen Facebook-Account zu eröffnen und darüber Ratingberichte, Unternehmensnews oder Produktnews zu spielen, ist wenig zielführend. Besser ist die Themenfokussierung über Lebensbereiche zu schaffen und dort gezielt Bedürfnisse anzusprechen, ähnlich einem Lifestyle-Magazin.

Um herauszufinden, welche Versicherer bei Social Media bisher am weitesten sind und wie man verhindern kann, dass der Facebook-Kanal zum Beschwerdekanal verkommt, klicken Sie hier auf das vollständige Interview bei VSP.

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