Versicherungen für Geschäftsführer Prämien für Manager-Policen gehen durch die Decke

Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer vor seiner Verhandlung im Jahre 2011: Medienunternehmer Leo Kirch warf Breuer vor, durch eine kritische Äußerung in einem TV-Interview den Untergang des Kirch-Imperiums herbeigeführt zu haben.
Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer vor seiner Verhandlung im Jahre 2011: Medienunternehmer Leo Kirch warf Breuer vor, durch eine kritische Äußerung in einem TV-Interview den Untergang des Kirch-Imperiums herbeigeführt zu haben. © Getty Images

Steht ein Bank-Manager vor Gericht, geht es oft um Milliarden-Summen. Hat der Betroffene oder sein Unternehmen für diesen Fall vorgesorgt, springt dann eine Versicherung ein. Doch die Fälle häufen sich und treiben die Prämien in die Höhe.

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Landet ein Vorstand oder Aufsichtsrat wegen fahrlässigen Handelns vor Gericht, zahlt meist die Versicherung für Directors & Officers (D&O) die Milliarden-Strafen. „Drohte Unternehmensleitern bei Managementfehlern in der Vergangenheit allenfalls die Entlassung, sind heute Schadensersatzansprüche in Millionenhöhe an der Tagesordnung“, bestätigt der Versicherungsmakler Marsch gegenüber dem Handelsblatt. Deshalb sei die Nachfrage nach solchen D&O-Versicherungen – vor allem im Bankenbereich – stark gestiegen.

Gleichzeitig sichern die Banken laut Handelsblatt zunehmend höhere Summen ab. „Bei größeren deutschen Geldhäusern sind Deckungssummen von 200 bis 250 Millionen Euro heute keine Seltenheit mehr, vor der Finanzkrise waren es zum Teil lediglich 75 Millionen Euro“, sagt Marcel Roeder vom Versicherungsmakler Aon gegenüber der Zeitung. Die Versicherungen würden die Deckungssumme normalerweise einmal im Jahr auszahlen. Laut Handelsblatt liegt die höchste versicherte Summe in Deutschland bei der Deutschen Bank: Bei ihr seien es 500 Millionen Euro.

Da sich die Skandale in der Branche häufen – siehe die Fälle Kirch und Libor – würden die Beiträge für die D&O-Versicherungen geradezu explodieren. „Bei den Banken sind die Preise seit der Finanzmarktkrise um 20 bis 40 Prozent gestiegen“, so Roeder gegenüber dem Handelsblatt weiter. „Am unteren Ende liegen risikoarme, regionale Institute wie die Sparkassen, am oberen Ende global tätige Investmentbanken.“ So müsse eine mittelgroße Bank mit konservativem Geschäftsmodell und 200 Milliarden Euro Bilanzsumme, etwa eine Prämie von 1,0 bis 1,5 Millionen Euro im Jahr zahlen, um Schäden bis 250 Millionen Euro zu versichern.
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