„Versicherte nicht einseitig belasten“ Verband der Ersatzkassen warnt vor höheren Zusatzbeiträgen

Ulrike Elsner ist Vorstandsvorsitzende des Verbands der Ersatzkassen.
Ulrike Elsner ist Vorstandsvorsitzende des Verbands der Ersatzkassen. © VDEK

In diesem Jahr bleibt der durchschnittliche Zusatzbeitrag in der GKV stabil bei 1,1 Prozent. Das wird aber in Zukunft nicht so bleiben, warnt der Verband der Ersatzkassen (VDEK). Bis 2020 rechnet er mit 1,8 Prozent Zusatzbeitrag. Um die Versicherten nicht einseitig zu belasten, will der VDEK nun die Rücklagen des Gesundheitsfonds um 1,5 Milliarden Euro erleichtern.

| , aktualisiert am 04.11.2016 11:48  Drucken
„Von 2018 bis 2020 erwarten wir steigende Zusatzbeitragssätze von voraussichtlich 1,4 Prozent, 1,6 Prozent bis 1,8 Prozent“, sagt Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbands der Ersatzkassen (VDEK). Um das zu verhindern und einseitige Belastungen der Versicherten abzufedern, sollten die Rücklagen im Gesundheitsfonds im Jahre 2018 um 1,5 Milliarden Euro abgebaut werden, fordert Elsner. Das sei auch vor dem Hintergrund der anhaltenden Nullzinsen eine überfällige Maßnahme.



Darüber hinaus fordert der Verband eine Reform beim morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA). Die Spanne bei den Zusatzbeiträgen zwischen 0 Prozent und 1,7 Prozent sei nicht durch besseres oder schlechteres Management der Kassen zu erklären, meint Elsner. Vielmehr liege das an den Verteilungskriterien des Morbi-RSA. Dadurch entstünden Wettbewerbsnachteile für die betroffenen Kassen.

Die Ersatzkassen hätten der Politik bereits Reformvorschläge unterbreitet. Dazu gehören etwa der Wegfall gesonderter Zuschläge bei Erwerbsminderungsrentnern, die Umstellung der Krankheitsauswahl oder die Einführung eines Hochrisikopools und die Einführung einer Regionalkomponente.
Pfefferminzia HIGHNOON