Verschulden gerne, Investieren lieber nicht Deutsche ziehen Kreditrisiko dem Anlagerisiko vor

Die Grafik zeigt: Bei Investitionen sind die Deutschen am zögerlichsten.
Die Grafik zeigt: Bei Investitionen sind die Deutschen am zögerlichsten. © obs/RWB Group AG

Wenn es ums Investieren geht, sind die Bundesbürger eher zögerlich – nur jeder zweite traut sich zu, sein Geld in Aktien oder Fonds anzulegen. Weitaus mehr sind hingegen dazu bereit, das Risiko eines Privatkredits zu tragen, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

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Jeder zweite Deutsche (55 Prozent) traut sich zu, sein Erspartes in Fonds und Aktien zu investieren – und selbst unter den Jüngeren ist die Risikobereitschaft in der Geldanlage mit 38 Prozent nur moderat ausgeprägt. Das zeigt eine Umfrage der RWB Group, einem Anbieter von Private-Equity-Fonds für Privatanleger.

Eine deutlich höhere Risikobereitschaft legen die Bundesbürger an den Tag, wenn es um Schulden geht. Knapp 80 Prozent der Befragten wären dazu bereit, einen Kredit aufzunehmen. Zum Vergleich: 89 Prozent trauen sich zu, eine Versicherung abzuschließen oder zu wechseln. 75 Prozent bestätigen dies, wenn es generell um das Thema private Altersvorsorge geht. Einfache Angelegenheiten am Geldautomaten oder Überweisungen traut sich fast jeder zu.

Weiter zeigt die Umfrage: Je älter die Menschen werden, desto mehr trauen sie sich auch ans Investieren heran. In der Altersgruppe von 30 bis 39 Jahren sehen sich 51 Prozent dazu in der Lage, bei den Über-40-Jährigen steigt das Zutrauen auf mehr als 60 Prozent.

 „Das Investieren in Aktien oder Fonds ist sicher nicht schwieriger als einen Kredit abzuschließen. Das Problem ist eher ein psychologischer Effekt: Mit einem Kredit ist sofortiger Konsum möglich“, fasst Horst Güdel, Vorstand und Gründer von RWB Capital, die Kernerkenntnis der Studie zusammen. Das Ergebnis langfristiger Geldanlage zeige sich hingegen erst nach vielen Jahren, so Güdel.

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