Unpersönlicher Vertrieb Vergrault wegen ein paar Pfund zu viel

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Kunde einer Risikolebensversicherung zu werden, sollte nicht so schwer sein. Schließlich folgt der Vertragsabschluss klaren Kriterien. Doch manchmal führen diese eher in die Irre, wie der Erfahrungsbericht eines Bloggers zeigt.

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Nachdem sich Nico Rose vergangenes Jahr ein Häuschen gekauft hatte, wollte er sich, seine Frau und die Kinder mit einer Risikolebensversicherung für die Zukunft schützen. Auf der Social-Media-Plattform lead-digital.de erzählt er, warum ihm als Sportler und Nichtraucher der Vertragsabschluss nur mit einem saftigen Risikozuschlag möglich gewesen wäre.

Nach einem Vergleich der Anbieter fragte er bei seiner Wunschversicherung an, die ihm schon mal klarmachte, wirklich alles von ihm wissen zu wollen. Sie fragten Roses Lebensgewohnheiten und die seiner Frau ab, die medizinische Historie und verlangten von beiden eine aufwendige Untersuchung beim Arzt inklusive Belastungs-EKG und großem Blutbild.

Nachdem die Roses alles erledigt hatten, warteten sie mehrere Wochen und bekamen dann ein Angebot, das einen Aufschlag von 30 Prozent der in Aussicht gestellten Prämie beinhaltete. Die Begründung des Risikozuschlags: Rose wöge angeblich zuviel, sein Body Mass Index läge bei über 28. Der Familienvater zeigte sich perplex: „Ich habe nie geraucht und trinke seit vielen Jahren kaum Alkohol. Mache mindestens drei bis vier Mal Sport in der Woche“. Da dazu auch Krafttraining gehöre, wäre sein Körper etwas breiter und schwerer als der anderer, erklärte Rose mit Servicemitarbeiter der Versicherung.
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Der zeigte sich unbeeindruckt, obwohl alle anderen Parameter exzellent ausfielen. Auch der Einwand, dass der Body Mass Index seit geraumer Zeit bereits kein ausschlagkräftiges Gesundheitskriterium mehr sei, zog nicht. Rose brachte sogar Untersuchungen bei, die belegten, dass ein leichtes Übergewicht mit einem deutlich verminderten Sterberisiko einhergeht. Ergebnis: Die Versicherung zeigt sich ignorant und wollte nur ihre eigenen Tabellen und Berechnungen vertrauen. Rose sagt: „Von mir als potenziellem Kunden wird erwartet, dass ich mich komplett durchleuchten lasse, um überhaupt erst ins Geschäft zu kommen. Das Unternehmen hingegen verschanzt sich hinter Floskeln und Paragrafen, als wären Vertragskonditionen Naturgesetze, die der Kunde einfach zu schlucken habe.“ Diese ernüchternde Erkenntnis muss der Blogger erstmal verdauen, bevor er sich nach einem neuen Anbieter umsieht.
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