Die Hanse-Merkur in Hamburg. © Hanse-Merkur
  • Von Redaktion
  • 20.07.2016 um 09:38
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Kurz nach dem Tod des Firmengründers stellt der Portal-Anbieter Unister einen Insolvenzantrag. Das könnte auch Auswirkungen auf den Hamburger Versicherer Hanse-Merkur haben, gilt er doch als größter Gläubiger des Unternehmens.

Vergangene Woche erst kam Firmenchef Thomas Wagner bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Nun beantragt die Leipziger Online-Firmengruppe Unister Insolvenz. Eine öffentliche Begründung für den Antrag teilte das Unternehmen nicht mit.

Der vorläufige Insolvenzverwalter, der Anwalt Lucas Flöther, ließ verlauten, dass die operativen Gesellschaften der Firmengruppe nicht von der Insolvenz betroffen seien, berichtet die Süddeutsche. Der Flugzeugabsturz am vorigen Donnerstag, bei dem neben Firmenchef Wagner noch ein weiterer der ursprünglich fünf Gründer ums Leben kam, bedeute auch gesellschaftsrechtlich und wirtschaftlich einen Einschnitt für das Unternehmen, so der Insolvenzverwalter. Das vorläufige Insolvenzverfahren ermögliche es Unister, „in dieser schwierigen Phase voll handlungsfähig zu bleiben und langfristig ihre Einheit als Unternehmen zu sichern“.

Das Unternehmen betreibt Informations- und Ratgeberseiten, aber auch Buchungsportale für Hotels, Reisen und andere Dienstleistungen. Fluege.de und Ab-in-den-Urlaub.de sind die bekanntesten. Die Gehälter der 1.100 Mitarbeiter seien über das staatliche Insolvenzgeld gesichert. Das operative Geschäft könne zunächst weitergehen. Auf dieser Grundlage könne sich die Unister Holding dann langfristig wieder stabil aufstellen, sagt Flöther.

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Schmerzhaft könnte der Konkurs aber für den Hamburger Versicherer Hanse-Merkur werden. Er gilt als größter Gläubiger von Unister. Erst im März scheiterte der Verkauf des Vergleichsportals geld.de von Unister an die Hanse-Merkur (wir berichteten). Damit wollte Unister seine Verpflichtungen bei der Hanse-Merkur ablösen. Der Versicherer hatte Unister 50 Millionen Euro geliehen, um wichtige Vertriebspartner enger an sich binden. Bei den Beständen gehe es um jährliche Provisionseinnahmen von rund 5 bis 6 Millionen Euro.

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