Umfrage zur Altersvorsorge Wie der Niedrigzins das Sparverhalten der Deutschen ändert

58 Prozent der Deutschen haben mittlerweile verstanden, dass sie in Sachen Altersvorsorge anders handeln müssen. Bei Aktien werden sie etwas mutiger, wie eine Studie von Union Investment herausgefunden hat.

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Dass die staatliche Rente künftig nicht mehr ausreichen wird, ist 80 Prozent der von Union Investment befragten Studienteilnehmer bewusst. Eine private Altersvorsorge halten deshalb immerhin 61 Prozent für nötig. 60 Prozent der Befragten haben zudem erkannt, dass das Vorsorgen im aktuellen Niedrigzinsumfeld besonders wichtig ist. Damit liegt die Quote um 8 Prozentpunkte höher als im Vorjahr.

Nach ihren Vorbehalten gegenüber Aktien und Aktienfonds gefragt, wird deutlich, die Deutschen werden mutiger. Während sie im vierten Quartal 2014 noch zu 55 Prozent diese Anlageformen ablehnten, sind aktuell lediglich 35 Prozent besonders skeptisch.

Auch die Riester-Rente gewinnt an Zuspruch. 40 Prozent der Sparer sehen in ihr eine sinnvolle Ergänzung. Das ist ein Anstieg um 6 Prozentpunkte.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Menschen inzwischen ganz gut einschätzen können, mit welchen Anlagen sie ihre Altersvorsorge nach vorne bringen. Sie erkennen auch, dass gerade im Niedrigzinsumfeld die Zulagen und Steuerersparnisse der Riester-Rente an Bedeutung gewinnen“, so die Einschätzung von Wolfram Erling, Leiter Zukunftsvorsorge bei Union Investment.

Trotzt dieser Einsichten wollen allerdings die Wenigsten konkret Handeln. So haben neun von zehn Befragten in den kommenden sechs Monaten nicht vor, etwas an ihrer Altersvorsorge zu ändern.

Ein weiterer Grund zur Besorgnis: 52 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass sie mindestens 200 Euro monatlich zurücklegen sollten. Tatsächlich machen das jedoch nur 31 Prozent. 29 Prozent sparen derzeit monatlich 100 bis 200 Euro und weitere 29 Prozent legen 50 bis 100 Euro zur Seite.

An der Umfrage nahmen 500 Privatpersonen im Alter von 20 bis 59 Jahren teil. Union Investment führte die Umfrage in der Zeit vom 2. bis 10. Februar 2015 durch.
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