Gut acht Monate nach Inkrafttreten des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) spüren Makler die Auswirkungen schon deutlich. Bei Vergütung (85 Prozent) und Stornohaftung (78 Prozent) stellen die Makler eine Verschlechterung fest. Das zeigt eine Online-Maklerbefragung von You Gov im Auftrag der Maklermanagement.ag.

Das Geschäft beurteilen die Makler in diesem Jahr eher pessimistisch, das liegt auch daran, dass jeder zweite Befragte merkt, dass das Geschäft mit Lebensversicherungen zurückgeht. Während 68 Prozent der Einzelmakler von weniger Geschäft im Vergleich zu 2014 ausgehen, sind es bei den Maklerbüros mit mehr als vier Beschäftigten nur 51 Prozent der Befragten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass 77 Prozent der Makler mit einer massiven Konsolidierungswelle im Markt rechnet. Nur größere Maklerbüros sehen durch das LVRG neue Vertriebschancen.



„Gesetzgeber hat sein Ziel mit dem LVRG verfehlt“

Aus Sicht der Makler hat das LVRG sein Ziel in Richtung mehr Verbraucherschutz verfehlt. Denn: Das Gesetz führe weder zu mehr Fairness und Gerechtigkeit für die Verbraucher, sagen 73 Prozent der Befragten, noch habe es die Altersvorsorgeprodukte für die Verbraucher überhaupt erst wieder attraktiv gemacht, meinen 87 Prozent der Makler.

Courtagen sinken deutlich

Während 34 Prozent der Lebensversicherer ihre Vereinbarungen über die Abschlusscourtage mit den Maklern noch nicht geändert haben, haben 64 Prozent von ihnen diese bereits gesenkt. Mehr als ein Drittel der Gesellschaften hat um 10 Promille und mehr gesenkt. „Die Umfrage belegt nicht, dass die reduzierten Abschlussvergütungen durch erhöhte Bestandscourtagen voll umfänglich kompensiert werden“, sagt Jürgen Riemer, Vorstand der Maklermanagement.ag.



So haben erst 41 Prozent der Lebensversicherer die Bestandsprovisionen angehoben. 11 Prozent der Gesellschaften erhöhten um mehr als ein Prozent. Riemer: „Eine klare Verlagerung von Abschluss- zu Bestandscourtagen ist zurzeit im Markt noch nicht erkennbar.“