Umfrage Jeder Vierte würde Versicherungen im Supermarkt kaufen

Mal eben eine Versicherung beim Aldi Markt besorgen? Adcubum-Manager Michael Süß hält diese Vorstellung auf lange Sicht gesehen für nicht so abwegig.
Mal eben eine Versicherung beim Aldi Markt besorgen? Adcubum-Manager Michael Süß hält diese Vorstellung auf lange Sicht gesehen für nicht so abwegig. © dpa/picture alliance

Vier von zehn Deutsche würden eine Versicherung auch bei einem Stromanbieter (43 Prozent), einem Autohersteller (42 Prozent) oder einem Telefonkonzern (40 Prozent) abschließen. Eine Police im Discounter einzukaufen, ist für jeden Vierten (26 Prozent) vorstellbar, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

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Die mittelmäßigen Ergebnisse der Discounter müsse man aber nicht sofort als negativ einstufen, sagt Michael Süß, Geschäftsführer von Adcubum Deutschland. Das Software-Haus ließ für die Studie „Digitale Versicherung 2018“ mehr als 1.000 Bundesbürger bevölkerungsrepräsentativ befragen.

Wenn man sich „die rasende Entwicklung in Sachen Mass Customization“ ansehe, dann sei der Weg Richtung Versicherung aus dem Discounter auch nicht mehr besonders weit, findet Süß. Einzelhändler sollten die Umfrage daher „viel mehr auch als zukünftige Chance begreifen“.

Laut der Studienmacher hätten die Befragten sehr genau die Tätigkeitsfelder der abgefragten Unternehmen verglichen. „Einen Supermarkt bringt man ja in aller Regel nicht unbedingt mit dem Abschluss einer Hausratversicherung in Verbindung. Einen Energielieferanten hingegen schon sehr viel eher, wenn etwa der Strom bei einem Umzug ohnehin neu angemeldet werden muss“, mutmaßt Süß.

Als Erweiterung des Angebots dieser Unternehmen seien daher Versicherungen denkbar, die thematisch passen. Bei Autoherstellern könne man dabei an eine Haftpflichtpolice denken, was bereits oft gängige Praxis sei, wie der Versicherungsexperte betont.

Junge wollen „nicht erst in drei Wochen einen Termin beim Berater“

Das funktioniere allerdings nur, wenn die Abwicklung parallel auch durch digitale Plattformen gestützt werde, die leicht zu begreifen und vor allem störungssicher seien.

„Die Kundenreichweite dieser Märkte ist absolut nicht zu unterschätzen und vor allen Dingen jüngere Generationen wollen nun mal nicht erst in drei Wochen einen Termin beim Berater haben – sondern jetzt. Genau da kann man ansetzen“, lautet das Fazit des Adcubum Managers.

Die Ergebnisse der aktuellen Studie stützen diese Einschätzung. Dort stünden besonders jüngere Teilnehmer zwischen 18 und 34 Jahren dem Abschluss eines Versicherungsvertrages bei den genannten Nicht-Versicherungs-Unternehmen am offensten gegenüber, heißt es.

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