Umfrage unter Hausbesitzern Versicherer bieten in Risikogebieten oft keinen Elementarschutz ohne Selbstbehalt an

Ein Schild warnt in Köln vor Hochwasser: Verbraucherschützer sind nicht zufrieden mit den Elementarschutz-Angeboten der Versicherer.
Ein Schild warnt in Köln vor Hochwasser: Verbraucherschützer sind nicht zufrieden mit den Elementarschutz-Angeboten der Versicherer. © dpa/picture alliance

Immer öfter kommt es in Deutschland zu Hochwasser und Starkregen. Wie gut können sich Hausbesitzer gegen diese Risiken absichern? Das hat die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz im Rahmen einer Umfrage ermittelt – mit ernüchterndem Ergebnis.

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Nur 3 von 52 befragten Versicherern bieten in Risikogebieten von sich aus Policen gegen Elementarschäden ohne Selbstbeteiligung an. Das ist eines der zentralen Ergebnisse einer Umfrage der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Die Verbraucherschützer legen auch Wert darauf, dass Versicherer in ihren Bedingungen das sogenannte Opt-out-Verfahren anbieten. Dabei wird dem Kunden die Elementarschadenklausel in der Wohngebäudeversicherung im Antragsformular vorgedruckt angeboten. Will er sie nicht, muss er sie eigenständig abwählen. 

„Das Ergebnis ist enttäuschend“, sagt Michael Wortberg, Versicherungsreferent der Verbraucherzentrale.

Denn: „22 der befragten 52 Gesellschaften haben entweder gar nicht erst geantwortet, eine Antwort ausdrücklich verweigert oder unverständliche Antworten abgegeben. Die Verbraucherzentrale geht davon aus, dass diese Gesellschaften überhaupt kein Interesse daran haben, ihren Versicherten Elementarschutz zu gewähren“, erklärt der Experte.

Der Branchenverband GDV behaupte indes immer, dass mehr als 98 Prozent aller Wohngebäude in Deutschland problemlos versicherbar seien, so Wortberg. In der Realität scheint es anders zu sein: Denn auch in risikofreien Gebieten bieten laut Umfrage nur 4 der 52 Versicherer das Opt-out-Verfahren an. 14 weitere Gesellschaften böten immerhin Verträge mit Selbstbehalt an. Doch dieser könne je nach Lage des Hauses bis zu 10.000 Euro betragen. 

Das Fazit:  

„Die Versicherungssituation im Bereich Starkregen und Hochwasser hat sich in unseren Augen überhaupt nicht verbessert“, kritisiert Wortberg. „Und das, obwohl alle Seiten immer wieder übereinstimmend feststellen, dass die Schäden insbesondere durch Starkregen permanent steigen.“ Sein Lösungsvorschlag: eine Pflichtversicherung, durch die die Kosten solidarisch verteilt würden.

Vom Argument der Wirtschaft, dass ein solches System nicht finanzierbar sei, hält Versicherungsreferent Wortberg nichts:

„Selbst in einem so kleinen Land wie der Schweiz funktioniert diese Pflichtversicherung seit über 80 Jahren und es ist bisher kein Versicherer dadurch in den Konkurs gegangen.“

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