Sparen auf dem Girokonto bringt nicht nur keine Zinsen mehr, sondern kann ab bestimmten Summen sogar Geld kosten. © picture alliance / SULUPRESS.DE | Torsten Sukrow/SULUPRESS.DE
  • Von Manila Klafack
  • 02.08.2021 um 12:17
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Selbst bei negativen Zinsen auf das Ersparte würden viele Deutsche ihr Kapital von einem Girokonto eher auf ein anderes Konto verlagern als in Wertpapiere zu investieren, wie eine aktuelle Umfrage ergab. 72 Prozent würden ihr Geld eher verteilen, um Strafzinsen zu vermeiden und 16 Prozent würde es sogar trotzdem auf dem Konto belassen.

84 Prozent der deutschen Sparer setzen beim Sparen nach wie vor auf das Girokonto. Daran ändern auch die mittlerweile teilweise üblichen Negativzinsen nichts. Zu diesem Ergebnis gelangt eine aktuelle Umfrage des Marktforschers Yougov im Auftrag des Robo Advisors Visual Vest, einer 100-prozentigen Tochter der Fondsgesellschaft Union Investment.

Obwohl immer mehr Banken negative Zinsen von ihren Kunden erheben, wissen 31 Prozent der Befragung zufolge viele nicht, was Negativzinsen sind. Insbesondere bei jungen und weiblichen Sparern zeige sich diese Unwissenheit, heißt es. 43 Prozent der 18- bis 34-Jährigen und 41 Prozent der weiblichen Befragten gaben demnach an, die Bedeutung von Negativzinsen nicht zu kennen.

Mehr als die Hälfte weiß nicht, wie hoch Negativzinsen bei der Bank sind

Bei den Männern hingegen geben mit 19 Prozent nur etwa halb so viele Männer wie Frauen an, nicht zu wissen, worum es sich bei Strafzinsen handelt. Nachdem die Befragten über die Bedeutung von Negativzinsen aufgeklärt wurden, wussten 27 Prozent nicht, ob sie bereits Negativzinsen an ihre Bank bezahlen — hierunter fallen doppelt so viele Frauen wie Männer. 

14 Prozent der Befragten bestätigten zudem, dass ihre Bank aktuell schon negative Zinsen erhebt oder dies angekündigt hat. Doch auch die betroffenen Sparer zeigen sich nur unzureichend informiert: 54 Prozent von ihnen wissen nicht, wie hoch die Negativzinsen sind, die sie an ihre Bank zahlen. 

Die Teilnehmer der Studie wurden auch danach gefragt, wie sie reagieren würden, wenn ihre Bank Negativzinsen einführen würde: 72 Prozent der Befragten würden die Bank wechseln oder ihr Geld auf mehrere Konten verteilen, um die Strafzinsen zu umgehen. 16 Prozent der Sparer würden ihr Geld trotzdem auf ihrem aktuellen Girokonto lassen – und somit Negativzinsen billigend in Kauf nehmen.

Einen Bankwechsel sehen viele als zu umständlich an

„Obwohl immer mehr Banken Negativzinsen von ihren Kunden verlangen, lassen deutsche Sparer ihr Geld auf dem Girokonto. Damit laufen sie nicht nur Gefahr, für ihr Guthaben zu bezahlen, sondern verschenken auch Potenzial“, kommentiert Olaf Zeitnitz, Gründer und Geschäftsführer von Visual Vest. „Mit einer Umschichtung des Ersparten vom Girokonto in ein Fonds-Depot könnten Sparer die Renditechancen der Kapitalmärkte nutzen.“ 

Als Hauptgründe dafür, die Bank nicht zu wechseln, geben viele an, das sei zu umständlich oder alternative Anlageformen seien nicht bekannt. Nur 18 Prozent der Befragten würden das auf dem Girokonto geparkte Geld vollständig oder teilweise in Wertpapiere investieren. Drei Aspekte seien den deutschen Sparern dabei laut Umfrage besonders wichtig: schnell verfügbar, sehr sicher und niedrige Kosten wünschen sich jeweils mehr als 30 Prozent der Befragten.

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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