Obwohl noch längst nicht alle wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie absehbar sind, erwarten die Anleger weltweit nach wie vor hohe Renditen. © „Schroders Global Investor Studie 2020“
  • Von Manila Klafack
  • 16.09.2020 um 12:05
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Viele Anleger unterschätzen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Das zeigt sich laut der aktuellen „Schroders Global Investor Studie 2020“ daran, dass die befragten Anleger fast 11 Prozent Rendite pro Jahr in den kommenden fünf Jahren erwarten. Das widerspreche allerdings dem Trend und der Historie der Märkte, heißt es bei Schroders.

Über 10 Prozent Rendite pro Jahr erwarten die Anleger weltweit durchschnittlich in den kommenden fünf Jahren. Das ermittelte der global tätige Investment Manager Schroders in seiner „Schroders Global Investor Studie 2020“. Es sei überraschend, dass sich die durchschnittliche Renditeerwartung für die kommenden Jahre von 10,7 im Jahr 2019 auf jetzt sogar 10,9 leicht erhöht habe, teilen die Autoren mit. Die Deutschen sind demnach mit 8,4 Prozent etwas pessimistischer als der weltweite Durchschnitt.

„Diese Erwartungshaltung korrespondiert nicht mit der Renditehistorie an den Aktienmärkten“, kommentiert Andreas Markwalder, Chef von Schroder Investment Management in der Schweiz. „Die von Schroders in den ‚unausweichlichen Investment-Wahrheiten für die kommende Dekade‘ prognostizierten Renditen an den Aktienmärkten sind deutlich tiefer“, so Markwalder. In den USA würden bis 2027 indexierte Renditen von weniger als 6 Prozent jährlich erwartet, in Europa weniger als 4 Prozent und in Japan 3 Prozent.

Anleger unterschätzen Auswirkungen der Corona-Pandemie

Ein Grund für die „sehr sportlichen durchschnittlichen Renditeerwartungen“ könnte laut Schroders sein, dass lediglich 6 Prozent der weltweit befragten Anleger spürbare Auswirkungen der wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 für länger als vier Jahre erwarten. Rund ein Fünftel (21 Prozent) prognostizieren demnach eine Pandemiedauer von mehr als zwei Jahren.

Quelle: Schroders

„Auch wenn viele die Pandemie als den ultimativen schwarzen Schwan, also als ein umwälzendes, schwer vorherzusagendes Ereignis, ansehen, müssen wir uns gerade jetzt mehr denn je an unsere Anlagegrundsätze halten und diszipliniert vorgehen“, betont Adrian Nösberger, Chef von Schroder & Co Bank. Das sei angesichts der niedrigen Zinsen weltweit umso wichtiger.

Außerdem werde sich mit großer Wahrscheinlichkeit Covid-19 in den kommenden Jahren erheblich auswirken. Volkswirtschaften, Finanzmärkte und darüberhinausgehende Bereiche würden beeinflusst, so die Prognose.

Anleger haben ihre Portfolios angepasst

Der Ausverkauf an den Börsen im Zuge der Covid-Pandemie habe viele Anleger veranlasst das Portfolio umzuschichten. Wer sich selbst als Experte sieht oder sein Anlagewissen als „fortgeschritten“ in der Befragung angab, wurde aktiv. 80 Prozent derjenigen haben im Februar und März das Portfolio angepasst. „Rookies“ seien etwas gelassener, hier hätten 68 Prozent auf die Marktverwerfungen reagiert.

Quelle: Schroders

Eine große Verschiebung zu den Ergebnissen der Vorjahre stellt die Studie bei der Altersvorsorge fest. Mittlerweile geben 25 Prozent der Studienteilnehmer an, dass für sie bei der Verwendung des verfügbaren Einkommens die Altersvorsorge oberste Priorität habe. Dieser Wert liegt deutlich über dem vor drei Jahren ermittelten Anteil von lediglich 10 Prozent.

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach ihrer Ausbildung zur Redakteurin verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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