Die Corona-Krise sorgte auch beim Thema Versicherungen für einen Digitalisierungsschub – sowohl bei den Versicherern als auch bei den Kunden. © picture alliance / Zoonar | Robert Kneschke
  • Von Manila Klafack
  • 04.08.2021 um 12:43
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Insurtechs sowohl mit Fokus auf Endkunden als auch mit Lösungen für den Versicherungsbetrieb und -vertrieb konnten in den vergangenen 18 Monaten deutlich wachsen. Wie das aktuelle „Insurtech-Radar“ von Oliver Wyman und Policen Direkt zeigt, sind digitale Lösungen bei Versicherungen weiter stark nachgefragt.

Insurtechs mit Fokus auf Versicherungsunternehmen konnten im Pandemiejahr 2020 über 80 Prozent mehr Vertragspartner gewinnen als vor der Pandemie. Ein Drittel gibt an, einen Zuwachs von mehr als 50 Prozent zu verzeichnen. Das geht aus dem „Insurtech-Radar“ von Oliver Wyman und Policen Direkt hervor. Untersucht wurde dort die Entwicklung der Insurtechs in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH). Aber auch rund 70 Prozent der Insurtechs, die sich auf Endkunden fokussieren, konnten demnach in den vergangenen 18 Monaten ihr Geschäft stark ausbauen.

Die Insurtech-Szene befinde sich im Wandel, so ein Ergebnis des Analyse: Es gebe zwar weiterhin vielversprechende Neugründungen, aber die große Gründungswelle ebbe langsam ab. So bleibe die Gesamtzahl aufgrund von Austritten stabil bei rund 210 Unternehmen. Stark gewachsen sei die Zahl der Start-ups im Versicherungsbereich, die auch komplexere Geschäftsmodelle in den Bereichen Angebot und Betrieb anbieten.

Neugründungen in unterbesetzten Feldern chancenreich

Zudem seien vor allem die Neugründungen unverändert im Aufwind, die klassische Versicherungsprodukte digital neu interpretieren. Insurtechs lieferten beim Dauerthema Digitalisierung des Versicherungsbetriebs innovative Lösungen. Vor allem bei digitalen Vertriebstechnologien stellen die Analysten durch die Pandemie eine Sonderkonjunktur fest. So verwundere es nicht, dass das Insurtech-Radar mittlerweile mehr als 30 schnell wachsende Scale-ups zähle.

„Wir sehen unverändert gute Chancen für Neugründungen in aktuell noch unterbesetzten Feldern“, sagt Dietmar Kottmann, Partner bei Oliver Wyman und Leiter für das DACH-Geschäft für Versicherungen.

Erst- und Anschlussfinanzierungen auf Rekordhoch

Eine weitere wichtige Erkenntnis aus dem „Insurtech-Radar“: Das Funding-Umfeld befindet sich auf einem Allzeithoch. Weltweit flossen 2019 und 2020 jeweils über 7 Milliarden US-Dollar in die Erst- und Anschlussfinanzierungen von Insurtechs. „Entgegen ursprünglicher Befürchtungen gab es bei den Insurtechs in DACH keinen Covid-19 bedingten Strömungsabriss bei der Finanzierung. Nach einer kurzen Verschnaufpause Mitte 2020 sind die Investoren aktiver als zuvor“, stellt Nikolai Dördrechter, Insurtech-Experte und Co-Autor des Insurtech-Radars, fest.

Das sehr gute Finanzierungsklima sei auch den DACH-Insurtechs zugute gekommen. So habe Wefox im Jahr 2021 eine Megafinanzierung von 650 Millionen Euro erzielt. Das sei eine Summe, die beim ersten Insurtech-Radar 2016 noch unmöglich schien.

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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