Ein Paar geht in einem Park spazieren: Männer und Frauen wollen mehr staatliche Förderung in der privaten Vorsorge. © picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich
  • Von Juliana Demski
  • 18.10.2021 um 17:39
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Bei einer Sache sind sich viele Deutsche einig: Sie wünschen sich mehr staatliche Förderung für die private Altersvorsorge. Aber bei der Frage, welche Vorsorgeform sie dabei nutzen wollen, gibt es Unterschiede, wie nun eine Umfrage zeigt. So würde die Mehrheit der Frauen die Riester-Rente bevorzugen, während die Männer auf eine staatlich geförderte Aktienrente setzen würden.

Frauen sind, im Gegensatz zu den Männern, in Sachen private Altersvorsorge etwas sicherheitsorientierter, wie eine aktuelle Umfrage des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (Diva) zeigt. Denn während die Mehrheit der Frauen (57,3 Prozent) sich eine vermehrte staatliche Förderung der Riester-Rente wünscht, würden die Männer ein staatlich gefördertes Aktiensparen bevorzugen (56,1 Prozent).

Quelle: Diva

Und trotzdem: Ein gewisses Sicherheitsbedürfnis weisen laut Umfrage beide Geschlechter auf. Das zeige sich einmal mehr, wenn es um konkrete Formen der Altervsorsorge geht. Denn private Rentenversicherungen mit Garantien und die eigene Immobilie führen mit jeweils 67,8 Prozent die Rangliste an.

„Die Deutschen wissen, dass die Aussichten auf eine ausreichende gesetzliche Rente schlechter werden und wollen deshalb eigenverantwortlich vorsorgen“, kommentiert Michael Heuser, Professor an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) und Wissenschaftlicher Direktor des Diva, die Ergebnisse. „Sie erwarten im Gegenzug, dass der Staat Anreize setzt und sich mit Fördermitteln beteiligt.“

Denn: Strafzinsen auf Bankguthaben, Bundesanleihen mit Negativzins und die anziehende Inflation hinterließen Spuren und erschwerten die Vorsorge für die nach wie vor sicherheitsorientierten Bürger, so Heuser weiter. „Staatliche Förderung könnte als Renditehebel für Garantieprodukte wirken oder einen Puffer für mit Aktien verbundene Risiken schaffen.“

Wenn es um den Neuabschluss eines privaten Altersvorsorgevertrages geht, steht Sicherheit sogar an erster Stelle: Für fast alle Befragten (94,3 Prozent) ist eine Leistungsgarantie wichtig oder sehr wichtig. Hohe Zustimmungswerte erhalten aber auch die Merkmale „hohe Renditen“ (83,0 Prozent) und „staatliche Förderung“ (81,2 Prozent). Die Vereinbarkeit der Leistungsmerkmale sieht Heuser problematisch: „Maximale Sicherheit bei zugleich hoher Rendite geht nicht. Den Bürgern ist das klar, deshalb wird der Wunsch nach staatlicher Förderung lauter.“

„Riester nicht weiter kaputt reden“

Helge Lach, Vorstand des Bundesverbands Deutscher Vermögensberater (BDV), sieht hier die neue Regierung in der Pflicht: „Das Riester-Sparen deckt die Präferenzen der Bürger sehr gut ab. Die Rente ist garantiert und die kapitalmarktbedingt niedrigen Renditen werden durch die hohen Zulagen deutlich verbessert. Anstatt Riester weiter kaputt zu reden, wäre eine Reform wünschenswert.“

Für Lach komme zum Beispiel eine Senkung der Beitragsgarantie auf 80 Prozent in Verbindung mit einer Anhebung der Zulagen infrage: „Auch die Verbreitung der aktienbasierten Altersvorsorge könnte die Politik deutlich beschleunigen. Anstatt das Tempo durch eine Diskussion über eine Finanztransaktionssteuer oder über eine Abschaffung der Abgeltungssteuer zu drosseln, sollte endlich auch das langfristige Aktiensparen gefördert werden.“

Sein Vorschlag: „Warum nicht ein Steuerfreibetrag auf Kursgewinne und einbehaltene Dividenden, der beispielsweise ab dem 60. Lebensjahr einmalig geltend gemacht werden kann?“ Das würde, so Lach weiter, einen immensen Schub geben und verhindern, dass das Geld der Bürger auf Bankkonten durch Strafzinsen und Inflation „jedes Jahr rund 4 Prozent an Wert“ verliere.

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Juliana Demski

Juliana Demski ist seit 2021 Junior-Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört sie seit 2016 an.

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