Cyberversicherungen schützen private wie unternehmerische Kunden vor den Folgen einer Attacke. Doch der Vertrieb über den digitalen Weg ist derzeit noch schwierig, wie eine Umfrage unter 38 Produktanbietern nun ergab. © picture alliance/Annette Riedl/dpa-Zentralbild/dpa
  • Von Manila Klafack
  • 18.10.2019 um 12:51
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Der digitale Vertriebsweg bei Cyberversicherungen ist eher im Privatkundengeschäft eine Möglichkeit als bei Unternehmen – sagen die Versicherer selbst. Während einige Produktanbieter bei kleinen und mittelständischen Unternehmen noch Chancen für einen Online-Vertrieb sehen, geht bei Industriekunden alles über persönliche Beratung. Das hat eine aktuelle Umfrage unter 38 Anbietern von Cyberversicherungen ergeben. Hier kommen die Details.

Cyberversicherungen lassen sich am ehesten an private Kunden über den Online-Weg vermarkten. Fast zwei von drei Anbietern (59 Prozent) sehen hier Potenzial. Bei der Zielgruppe kleine und mittelständische Unternehmen/Gewerbe ist jeder vierte (25 Prozent) der Meinung, dass der Weg über das Internet geeignet sei. Bei Industriekunden glaubt hingegen jeder, dass nur die persönliche Beratung funktioniert – so die Ergebnisse einer Umfrage des Rating- und Analysehauses Assekurata und des Beratungsunternehmens Instinctif unter 38 deutschen Anbietern von Cyberversicherungen.

Insgesamt bleibe der Vertrieb von Cyberprodukten für die Anbieter eine Herausforderung, so das Resümee der Studie. Zudem bestehe Unsicherheit darüber, ob die Prämien passend kalkuliert und die Bedingungswerke gut genug sind. „Der Reifegrad der Bedingungswerke in der Cyber-Versicherung ist noch gering“, sagt Reiner Will, Geschäftsführer der Assekurata.

Das liege an den jeweils adressierten Kundengruppen sowie an der noch geringen Erfahrung hinsichtlich der Kundenbedürfnisse und der Schadenfälle. Nur rund 46 Prozent der befragten Unternehmen orientierten sich ganz oder größtenteils an den Musterbedingungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Zweifel an Auskömmlichkeit der Prämien

Nur ein Drittel der Anbieter findet die internen Modelle zur Schadenkalkulation ausreichend. Das sorge für Unsicherheit vor allem auf der Prämienseite. Weniger als die Hälfte der Versicherer ist der Meinung, dass die derzeitigen Prämien langfristig auskömmlich sind. Besser bewertet werden die Deckungskonzepte: Mehr als 80 Prozent der Befragten halten sie für marktkonform.

Auch die Zusammenarbeit mit spezialisierten Dienstleistern für IT-Forensik, Rechtsberatung und Krisenkommunikation sei wichtig, derzeit jedoch im Aufbau. Allerdings beurteilt etwa die Hälfte der Befragten die Anzahl dieser Spezialisten als eher gering oder gering, vor allem beim Thema IT-Forensik. Die Qualität derjenigen schätzen die Versicherungsanbieter jedoch als recht hoch ein.

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach ihrer Ausbildung zur Redakteurin verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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