Andreas Martin ist Vorstand des Bundesverbands der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken. © BVR
  • Von Karen Schmidt
  • 17.06.2020 um 15:27
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Die Sparquote der privaten Haushalte wird sich in diesem Jahr voraussichtlich um ein Prozent erhöhen. Und das trotz tendenziell reduzierter Einkommen durch die Corona-Krise. Das erwartet der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken. Wie dieser Gegensatz zu erklären ist, erfahren Sie hier.

Trotz reduzierter Einkommen durch die Corona-Krise werden die privaten Haushalte in Deutschland in diesem Jahr wohl deutlich mehr sparen und dadurch ihr Geldvermögen etwa erhöhen. Das prognostiziert der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in seiner aktuellen Studie zum Spar- und Anlageverhalten der Bundesbürger.

Zu erwarten sei ein Anstieg der Sparquote um einen Prozentpunkt von 10,9 Prozent im Jahr 2019 auf 11,9 Prozent im Gesamtjahr 2020. Gleichzeitig sei mit einem Rückgang der verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte aufgrund von Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und rückläufigen Unternehmer- und Selbstständigen-Einkommen um 2 Prozent in diesem Jahr zu rechnen.

Warum dann die Steigerung der Sparquote? „Der voraussichtliche Anstieg in diesem Jahr ist vor allem Folge des gedrosselten Konsums während der wirtschaftlichen Beschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie“, sagt BVR-Vorstand Andreas Martin. „In dieser Zeit unterlassene Ausgaben aufgrund der Schließung von Geschäften und Gaststätten oder auch des Ausfalls von Urlaubsreisen werden die Bundesbürger später im Jahr nur teilweise nachholen. Dies gilt auch für aufgeschobene Anschaffungen von langlebigen Konsumgütern wie Autokäufe. Als Katalysator für Käufe im zweiten Halbjahr kann aber die von der Bundesregierung geplante befristete Senkung des Mehrwertsteuersatzes wirken.“

Unter Berücksichtigung des Mittelzuflusses durch Kreditaufnahme und des Mittelabflusses durch Sachinvestitionen, überwiegend in Form von Wohnungsbau, dürfte die Geldvermögensbildung der privaten Haushalte leicht um 2,5 Prozent auf 281 Milliarden Euro im Jahr 2020 zunehmen, erwartet der Verband.

Bei der Geldanlage gehörten Bankeinlagen im Jahr 2019 zur bevorzugten Sparform. Sie verzeichneten mit knapp 140 Milliarden Euro erneut den höchsten Zufluss im Vergleich zum Vorjahr. Beliebt waren die besonders liquiden Sichtguthaben. Auch das Wertpapiersparen stieg um rund 4 Milliarden auf 53,0 Milliarden Euro. Besonders beliebt waren dabei Investmentfonds, deren Zuflüsse sich von 25,2 Milliarden auf 37,2 Milliarden Euro per Ende 2019 erhöhten. Versicherungen flossen mit 68 Milliarden Euro laut Verband zuletzt etwas weniger zu als in den Jahren zuvor.

Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland lag Ende 2019 bei 6,6 Billionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Anstieg um 7,2 Prozent beziehungsweise um 446 Milliarden Euro.

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Karen Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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