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Trends im Insurtech-Markt „Der Einbeziehung und Unterstützung von Maklern wird mehr Aufmerksamkeit geschenkt“

Internationale Podiumsdiskussion mit (von links) Roger Peverelli, DIA, Lee Ng, MetLife, Mark Klein, Ergo, und Chris Longo, AmTrust.
Internationale Podiumsdiskussion mit (von links) Roger Peverelli, DIA, Lee Ng, MetLife, Mark Klein, Ergo, und Chris Longo, AmTrust. © DIA

Auf der zweiten Digital Insurance Agenda (DIA) in Amsterdam diskutierten 850 Entscheider aus 40 Ländern und 6 Kontinenten zentrale Entwicklungen der Versicherungsbranche.

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Am 10. und 11. Mai 2017 war Amsterdam Veranstaltungsort der zweiten Digital Insurance Agenda (DIA), der weltweit größte internationalen Insurtech-Konferenz zum Thema Fintech auf dem Versicherungsmarkt. An beiden Veranstaltungstagen wurde den Teilnehmern eine Mischung aus provokativen Start-ups, erprobten Innovationen und spannenden Neuheiten von Führungskräften aus der Technologiebranche präsentiert.

„Die Live-Demonstrationen der verschiedensten Lösungen haben auf der DIA eindrucksvoll gezeigt, dass die Versicherungsbranche durch die Digitalisierung vor tiefgreifenden Veränderungen steht. Dabei wird nicht nur das Frontend zum Kunden Smartphone-tauglich, persönlicher und radikal einfacher, auch viele Prozesse im Backend der Versicherungen verändern sich, insbesondere durch Data Analytics“, sagt Reggy de Feniks, der gemeinsam mit Roger Peverelli und Walter Capellmann Veranstalter der Konferenz ist.

Insurtechs erschließen neue Nischen im Versicherungsgeschäft

Auf der DIA wurde gezeigt, dass die Digitalisierung auch genutzt werden kann, um neue Nischen im Versicherungsmarkt zu erschließen. Das junge Insurtech Bima stellte Mikro-Versicherungen vor, die in Entwicklungsländern verkauft werden. Das Unternehmen gewinnt aktuell rund 500.000 neue Kunden im Monat. 90 Prozent davon waren bisher nicht versichert, unter anderem weil sie mit weniger als 10 US-Dollar am Tag auskommen müssen. Darüber hinaus wurden digitale Lösungen aus den Bereichen Advanced Analytics, Berater-Unterstützung, Internet der Dinge, Blockchains, Wearables, Connected Homes sowie E-Health vorgestellt.

Walter Capellmann hat einen weiteren Trend ausgemacht: „Wir beobachten, dass der Einbeziehung und Unterstützung von Maklern und Vertriebspartnern zunehmend Aufmerksamkeit geschenkt wird. Denn immer mehr Versicherungsunternehmen beginnen zu erkennen, dass die digitale Transformation durchaus die Gefahr einer noch größeren Distanz zum Kunden in sich birgt. Auf der DIA wurden daher auch viele Chatbots und Robo- Advisor vorgestellt, die den Vertriebspartnern dabei helfen, eine bessere Beratung, höhere Kundenzufriedenheit und bessere Umwandlungen zu erzielen.”

DIAmond Awards für innovative Insurtechs

Sechs Insurtechs wurden bei der Veranstaltung mit den DIAmond Awards ausgezeichnet. Die Besucher der DIA wählten aus den Unternehmen auf der Konferenz diejenigen mit dem größten strategischen Impact für die Branche aus:

  • Ladder (USA): Digitale Risikoversicherungen.
  • Friss (Niederlande): Betrugserkennung und Risikoprävention für Schaden/Sach. 
  • Hover (USA): Schadenersatzansprüche und Regulierung via Smartphone.
  • Sentiance (Beglien): Mit Kontextsensitivität vom Internet der Dinge (IoT) zum Internet von uns (IoU).
  • Sherpa (UK / Malta): Neuartiges und smartes Versicherungskonzept.
  • Backbase (Niederlande): Omni-Kanal-Plattform für Kundenengagement.

Besucherstimmen zur diesjährigen DIA in Amsterdam

„Die DIA war ein toller Erfahrungsaustausch auf internationaler Ebene. Für unsere ‚Digitale Versicherungsfabrik‘ konnte ich wertvolle Impulse aufnehmen, die für Produktgeber, Pools und Vermittler innovative Mehrwerte darstellen werden“, sagt Jan van Doorn, Vorstand Partner Office.

Thorsten Bröske, Vorstand der Schwenninger Krankenkasse meint: „Die DIA Amsterdam zeigte beeindruckend, welche technischen Möglichkeiten und Innovationen weltweit im Bereich der Versicherungsbranche existieren. Von künstlicher Intelligenz bis zu Chatbots wurden in den Live-Demos Anwendungen zur Verbesserung der operativen Exzellenz und des Kundenengagements umfassend vorgestellt.“

„Die große Herausforderung für etablierte Versicherer ist dabei nicht die Technologie, sondern der Kulturwandel, den wir durch die Digitalisierung vor uns haben“, so Mark Klein, Chief Digital Officer der Ergo Group. Auch Amélie Oudea Castera, CMO und Chief Digital Officer der Axa Group, bestätigt: „Versicherer müssen sich ändern. Sie werden sich ändern, aber dieser Prozess ist nicht einfach.”

Für Duncan Anderson, Managing Director von Willis Towers Watson, sind die meisten Versicherer bisher „nur kleine Schritte gegangen. Machine Learning beispielsweise wird bisher eher eingesetzt, um bestehende Lösungen zu ergänzen, denn zu ersetzen.“ Dirk Prössel, Geschäftsführer des deutschen Insurtechs finanzen.de, ergänzt: „Es wurden viele Businessmodelle vorgestellt, die auf eine Zusammenarbeit zwischen Start-ups und etablierten Versicherern setzen, statt auf konfrontative Disruption.“

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