Jugendliche mit ihren Smartphones in Rostock. © dpa/picture alliance
  • Von Redaktion
  • 24.03.2017 um 14:57
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Eine aktuelle Studie untersucht Stand und Perspektiven von Insurtech-Unternehmen auf dem deutschen Versicherungsmarkt. Das Besondere: Erstmalig wurden die Markt- und die Kundenperspektive zusammengeführt. Über die Ergebnisse berichten Tina Strombach, MSR Insights, und Stefan Raake, AMC.

„Wir können die Grenzen austesten und Dinge ausprobieren“, sagt Situative-Gründer Lennart Wulff. Das sehen auch die Investoren so. Die befragten Experten sind sich einig, dass Insurtechs aufgrund der Unternehmensgröße und -kultur wesentlich agiler sind. So können sie schneller auf Entwicklungen im Markt reagieren. Die Produktzyklen sind extrem kurz. Produkt- beziehungsweise Geschäftsideen können direkt und schnell am Markt getestet werden. Damit haben sie einen direkten Wettbewerbsvorsprung gegenüber klassischen Versicherern.

Zudem ist die Anpassung der Gründungsidee im weiteren Verlauf der Geschäftsentwicklung meist relativ einfach. Insurtechs sind durch ihre Flexibilität geprägt und können damit die eher starren Strukturen klassischer Versicherer erfolgreich ergänzen. Für Investoren ist dabei zentral, dass das Geschäftsmodell nicht einfach zu kopieren ist. Das Insurtech sollte ein Alleinstellungsmerkmal haben, dass einen langfristigen Erfolg im Markt sichern kann.

Hoher Automatisierungsgrad ist oft Pflicht

Damit Insurtechs auch ökonomisch rentabel sind, peilen sie häufig einen großen Automatisierungsgrad an. Durch standardisierte Services und Produkte können automatisierte Strukturen geschaffen und auf verschiedene Versicherer übertragen werden. Wenn diese funktionieren, ist auch eine schnelle Übertragung in andere Märkte realisierbar. Der reglementierte deutsche Markt bietet dabei eine gute Ausgangsbasis für internationalen Erfolg. Wer sein Konzept hier erfolgreich umsetzt, schafft das auch in anderen Ländern.

Ein weiterer zentraler Faktor bei der Bewertung ist die Expertise, die in den Gründern und Mitarbeitern des Insurtechs vereint ist. Versicherungswissen hilft dabei, Regularien im Blick zu haben und die Erwartungen der Kunden an ein Versicherungsprodukt zu verstehen. Zu Beginn ist nur eine überschaubare Zahl an Mitarbeitern notwendig, um Ideen erste Konturen zu geben. Bei den digitalen Angeboten ist natürlich auch der Zugang zu IT-Fähigkeiten extrem wichtig.

Auffangbecken für junge Talente

Die Attraktivität, die Start-ups nach wie vor für viele junge Talente verkörpern, kann auch genutzt werden um schnelles Wachstum zu schaffen. Häufig akquirieren diese Anbieter Mitarbeiter, die sonst nicht zwangsläufig in die Versicherungsbranche gehen würden. Gezielte Kooperationen bieten daher auch Zugriff auf einen Talentpool, der sonst nicht für Versicherer zu erschließen wäre.

Über das reine Know-how hinaus ist aber auch das Netzwerk in der Versicherungsbranche wichtig. Das ist eine Notwendigkeit, die Themen und Ideen des Insurtechs auch angemessen platzieren zu können. Erfolgskritisch ist „ein Kontakt zu den höheren Führungsebenen“, so Lennart Wulff vom Insurtech Situative. An diesem Punkt können allerdings die Investoren häufig auch auf ihr Netzwerk zurückgreifen und Start-ups unterstützen.

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