Computer im Büro: Viele Mittelständler glauben, dass ihre Mitarbeiter nicht ausreichend über das Thema Cyber-Security Bescheid wissen. © Pixabay
  • Von Hannah Dudeck
  • 15.06.2020 um 17:08
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Das Beratungsunternehmen Deloitte hat untersucht, wie der Mittelstand in Deutschland mit Cyber-Risiken umgeht. Viele Unternehmen kümmern sich demnach wenig um das Thema. Auf eine entsprechende Versicherung setzen weniger als ein Drittel.

Ein großer Teil des Mittelstands in Deutschland unterschätzt Cyber-Risiken. Das ist das Ergebnis der Studie „Cyber Security im Mittelstand“, für die das Beratungsunternehmen Deloitte Private insgesamt 353 Gesellschafter und Führungskräfte großer mittelständischer Unternehmen befragt hat.

Dabei stünden längst nicht mehr nur Großunternehmen im Fadenkreuz von Hackern und Cyberkriminellen, heißt es von Deloitte. Gerade für Mittelständler könnten Cyber-Angriffe besonders schnell existenzbedrohend werden.

Mit 53 Prozent kreuzte nur etwas mehr als die Hälfte der befragten Manager an, dass Cyber-Risiken eine hohe oder sehr hohe Bedeutung für die Unternehmenssteuerung hätten. Dagegen gaben 42 Prozent die Priorität der Cyber Security als mittel bis sehr niedrig an.

„Der starke weltweite Anstieg von Cyber-Kriminalität im Zusammenhang mit Covid-19 und die daraus entstandenen Schäden zeigen aktuell wieder, wie wichtig ein hohes Bewusstsein für Cyber-Risiken in Unternehmen ist“, sagt Lutz Meyer, Partner und Leiter von Deloitte Private. Gerade deutsche Mittelständler stellten mit innovativen Geschäftsmodellen und der hohen Zahl an Patentanmeldungen lukrative Ziele für Angreifer dar, so Meyer weiter.

Hackerangriffe werden oft erst spät erkannt

Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens macht es das Vorgehen von Kriminellen – die oft lange bevor sie ihren eigentlichen Angriff starten die IT-Infrastruktur eines Unternehmens kapern – schwer, Cyber-Attacken rechtzeitig zu entdecken. Im Fall eines Hackerangriffs sehen Mittelständler entsprechend mangelnde Reaktionsgeschwindigkeit als größte Herausforderung an (57 Prozent), dicht gefolgt von der Identifikation eines Angriffs (50 Prozent). So geben 53 Prozent der Befragten an, dass sie durchschnittlich bis zu sieben Tage benötigten, um einen Angriff auf die eigenen Systeme zu erkennen. Genügend Zeit für Hacker, um etwa Schadsoftware zu installieren. In einem solchen Angriff sehen 67 Prozent das größte Schadenspotenzial.

Wie sie Cyber-Risiken finanziell bewerten können, wissen viele Unternehmen aber nicht. Lediglich 12 Prozent sind laut Studie dazu in der Lage. Mit 43 Prozent haben zudem weniger als die Hälfte der befragten Unternehmen einen Cyber-Notfallplan, der die wichtigsten Maßnahmen zur Sicherung von Handlungsfähigkeit und Liquidität im Falle eines Angriffs regelt.

Seite 2: Mitarbeitern fehlt oft Sicherheitsbewusstsein

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Hannah Dudeck

Hannah Dudeck arbeitete von April bis Juni 2020 als freie Redakteurin für Pfefferminzia.

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