Studie Risiken sind da, Vorsorge nicht

Berufsunfähigkeit, Pflegefall, zu wenig Rente – die Menschen in Deutschland kennen das Risiko. Trotzdem verlassen sie sich lieber auf Vater Staat als auf die eigene Vorsorge, wie eine aktuelle Gothaer-Studie zeigt.

| , aktualisiert am 29.06.2016 09:30  Drucken

Risiko: Berufsunfähigkeit

Im Auftrag der Gothaer und des F.A.Z.-Instituts hat der Marktforscher Forsa 1.003 Personen ab 18 Jahren befragt. Ein Ergebnis: Die Bundesbürger sorgen zu wenig vor. Die Mehrheit der Bürger, nämlich 74 Prozent, verlässt sich für den Fall einer Berufsunfähigkeit (BU) auf die Leistungen der gesetzlichen Sozialversicherung. Unter den Erwerbstätigen liegt der Anteil mit 42 Prozent immerhin deutlich niedriger.

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Hauptgrund ist, dass die Mehrheit der Erwerbstätigen das persönliche Risiko einer BU unterschätzen. Fast jeder zweite Angestellte (48 Prozent), hält das Risiko, im aktuellen Job berufsunfähig zu werden, für relativ gering. Daneben kritisieren die Befragten das Preis-Leistungs-Verhältnis der Versicherungen: 31 Prozent sind sie zu teuer. Weitere 20 Prozent kritisieren die Leistungen als zu gering. Und 16 Prozent der Erwerbstätigen haben sich bislang noch nicht mit dem Thema Berufsunfähigkeit und dessen Absicherung befasst.

Risiko: Zu wenig Einkommen im Alter

Beim Thema Altersvorsorge haben die Bundesbürger erkannt, dass die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung allein für die Finanzierung ihres Ruhestands nicht mehr ausreichen werden. Gerade die Jüngeren unter 30 Jahren planen ihre Altersversorgung wesentlich breiter über kapitalgedeckte Produkte und andere Geldanlagen, um die Rentenlücke zu schließen.

Risiko: Pflegefall – die Familie wird schon einspringen

Gut jeder dritte Bundesbürger ohne einen Versicherungsschutz für die Pflegebedürftigkeit ignoriert bislang das Risiko, selbst einmal zum Pflegefall zu werden. Das gilt vor allem für die Jüngeren unter 30 Jahren, die sich mehrheitlich noch nicht mit dem Thema beschäftigen. Knappe eigene Kassen und Kritik am Preis-Leistungs-Verhältnis bei Versicherungsprodukten für den Pflegefall halten viele Menschen vom Kauf ab. Zugleich verlassen sie sich beim Eintritt der Pflegebedürftigkeit auf den Staat – trotz geringer Leistungen. Und: Viele Befragten rechnen im Notfall mit der Unterstützung ihres Lebenspartners und ihrer Kinder.

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