Studie im Auftrag des GDV Höherer Anteil arbeitender Mütter könnte das Rentensystem entlasten

Eine Mutter-Kind-Schild in einem Parkhaus in Leipzig.
Eine Mutter-Kind-Schild in einem Parkhaus in Leipzig. © dpa/picture alliance

Viele Frauen nehmen sich beruflich erstmal ein wenig zurück, wenn Nachwuchs da ist. Das hat Auswirkungen auf die Finanzen der Damen – und auch auf das Rentensystem hierzulande. Eine stärkere Einbindung von Frauen in den Arbeitsmarkt könne einen „erheblichen Beitrag zur Stabilisierung der Rentenfinanzen“ leisten, meint Oliver Ehrentraut, Vize-Direktor des Prognos Instituts.

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Das Prognos Institut hat für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) berechnet, wie sich eine stärkere Erwerbsbeteiligung von Müttern auf das Rentensystem auswirken könnte. Ergebnis: Die Beitragszahler könnten bis 2050 um rund 190 Milliarden Euro entlastet werden, und der Staat könnten Steuerzuschüsse in Höhe von rund 13,5 Milliarden Euro sparen.

Zudem könnte der Fachkräftemangel etwas entschärft und ein stärkeres Wirtschaftswachstum ermöglicht werden, heißt es weiter. „Dadurch haben die Beschäftigten wiederum größere Spielräume für die private Altersvorsorge“, sagt Ehrentraut.

Konkret errechnete Prognos für das Jahr 2050 einen Beitragssatz von 23,6 statt 24,1 Prozent, das Rentenniveau läge mit 41,6 Prozent um 0,7 Punkte höher als bei Berücksichtigung des Status quo.

Höhere Erwerbstätigenquote müsste sein

Die Schätzungen beruhen auf der Annahme, dass die Erwerbsbeteiligung von Müttern künftig noch stärker steigt als im Trend der vergangenen Jahre. Heißt: Die Erwerbstätigenquote im Jahr 2050 bei Frauen mit Kindern unter 18 Jahren könnte dann bei 85,5 statt bisher bei 66,9 Prozent liegen; und die Wochenarbeitszeit bei durchschnittlich 29,6 statt 26,3 Stunden.

Bliebe es hingegen beim aktuellen Trend, würde die Erwerbstätigenquote bis 2050 nur auf 71,3 Prozent steigen, die Wochenarbeitszeit bliebe unverändert.

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