Ein Regenbogen ist in Hamburg hinter zwei Windkraftanlagen zu sehen. © picture alliance/Sina Schuldt/dpa
  • Von Manila Klafack
  • 26.03.2020 um 16:06
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Die meisten Kunden von Versicherern, Banken und Krankenkassen achten bislang erst wenig konkret auf deren nachhaltiges Wirtschaften. Trotzdem ist die Wechselbereitschaft zu besonders nachhaltigen Finanzdienstleistern, bei sonst vergleichbaren Konditionen, relativ groß. Zu diesem Fazit kommt eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsunternehmens „Heute und Morgen“.

Fast neun von zehn (86 Prozent) Deutschen können heute, auch bei gestützter Abfrage, nicht sagen, welche Versicherer ihrer Ansicht nach besonders nachhaltig sind. Die am häufigsten genannten Unternehmen sind „Ökoworld“, „Grün versichert“ und „Bessergrün“. Jedoch kennen die wenigsten Bundesbürger, nämlich nur 4 Prozent, diese teils noch jungen Anbieter überhaupt.

Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie „Nachhaltigkeit: Dos und Dont’s für Versicherer, Banken und Krankenkassen“ des Marktforschungsunternehmens „Heute und Morgen“.  

Immerhin: Die Wechselbereitschaft zu besonders nachhaltigen Versicherern, bei ansonsten gleichen Konditionen, ist demnach groß. Grundsätzlich liegt hier die Wechselbereitschaft im Durchschnitt bei 47 Prozent – bei der Kundengruppe der „Nachhaltigen“, der laut Studie gut jeder dritte Deutsche angehört, liegt dieser Anteil sogar bei 70 Prozent (siehe Grafik).

Vier von fünf Bundesbürgern (80 Prozent) sehen die Versicherer bei der Nachhaltigkeit in der Verantwortung und wünschen sich eine stärkere Kommunikation, lautet ein weiteres Ergebnis. Als passende Themen für Versicherer werden insbesondere ökologisch und sozial orientierte Engagements gesehen.

Die Studie untersuchte hier unter anderem: faire Kundenberatung, Absicherung von Nachhaltigkeitsrisiken, Investition in nachhaltige Anlageobjekte bei Kapitalanlagen sowie eine transparente und nachvollziehbare Kommunikation. All das komme gut an, betonen die Autoren. Misstrauen erzeugt hingegen eine oberflächliche Kommunikation zu selbstverständlich erscheinenden Maßnahmen.

Wie Krankenkassen bei der Nachhaltigkeit erlebt werden

Die soziale Nachhaltigkeit ist bei Krankenkassen aus Mitgliedersicht wegen des Solidargedankens bereits gegeben. Aktuell würde aber bislang weniger als jeder Fünfte eine bestimmte Krankenkasse spontan mit dem Thema Nachhaltigkeit in Verbindung bringen.

Mit Abstand am besten kommt mit Blick auf konkrete nachhaltige Maßnahmen eine umfassendere Kostenübernahme von Vorsorgeuntersuchungen an (Top-Bewertung: 90 Prozent). Auch die Kostenübernahme von alternativen Heilmethoden stößt demnach auf große Zustimmung bei den Deutschen.

Insgesamt werde nachhaltiges Engagement von Krankenkassen gewünscht und sei für die große Mehrheit der Bundesbürger auch glaubwürdig, heißt es. Auffällig sei, dass auch die Gruppe der „Kritiker“ – das sind 21 Prozent aller Verbraucher –, die dem Nachhaltigkeits-Engagement von Unternehmen und Krankenkassen insgesamt skeptisch gegenüberstehen ein verstärktes Engagement bei präventiven Maßnahmen positiv beurteilen. Hier ergeben sich laut der Studienautoren „Begeisterungspotenziale in allen Bevölkerungsgruppen“.

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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