Studenten bereiten sich zu Corona-Zeiten auf ein neues Semester vor: Die Pandemie scheint Berufseinsteiger wenig einzuschüchtern. © picture alliance/dpa/TASS | Anton Novoderezhkin
  • Von Juliana Demski
  • 09.09.2020 um 13:27
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Die aktuelle Generation der Berufseinsteiger ist mehrheitlich unzufrieden mit ihrer finanziellen Situation – deshalb sorgt auch fast die Hälfte von ihnen noch nicht privat fürs Alter vor. Das sind zentrale Ergebnisse einer Studie des Finanzdienstleisters Tecis. Aber: Trotz Corona zeigen sich die Befragten zumindest in Sachen Karrierechancen zuversichtlich.

Bezogen auf ihre aktuelle Lebenssituation ist die Generation der Berufseinsteiger, die also kurz vor ihrem Abschluss steht oder maximal zwei Jahre berufstätig ist, nur bedingt zufrieden, so das Ergebnis einer Studie des Hamburger Finanzdienstleisters Tecis, eines Swiss Life-Tochterunternehmens.

Es zeigt sich: Nur 16 Prozent bewerten ihre finanzielle Situation als zufriedenstellend. Die Daten der Studie basieren auf einer Online-Umfrage des Marktforschers Yougov, an der 1.043 Personen von Ende Juli bis Mitte August teilnahmen.

Gleichzeitig deckt die Umfrage frühe Vorsorgelücken auf. Denn: 28 Prozent der Berufsstarter sparen noch mit dem Sparbuch, lediglich 17 Prozent nutzen private Rentenversicherungen und erst 13 Prozent setzen bereits auf Aktien für den Vermögensaufbau. Die relative Mehrheit aber – 44 Prozent der Befragten – gibt an, insgesamt nicht genügend oder gar nicht vorzusorgen, und benötigt vor allem in diesem Bereich Unterstützung zur besseren Finanzplanung.

Bezogen auf die Studien-Kategorie Beruf und Karriere sind derzeit nur 26 Prozent der Befragten zufrieden. Wichtig im Berufsleben sind ihnen vor allem Work-Life-Balance (48 Prozent) und ein nettes Team (47 Prozent). Ein hohes Gehalt kommt demnach erst an dritter Stelle (34 Prozent), gefolgt von abwechslungsreicher Tätigkeit, was noch für knapp jedem Dritten wichtig ist. Flache Hierarchien sind laut Studie lediglich für 6 Prozent relevant.

Kaum Unsicherheit durch Corona

Von den Auswirkungen, die die Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt hat, scheinen sich Berufseinsteiger indes nur wenig beeindrucken zu lassen: Jeder zweite Befragte (48 Prozent) gibt an, dass Corona in seinen Augen wenig bis gar keinen Einfluss auf den Berufseinstieg hat. Nur 10 Prozent befürchten, in den nächsten Jahren keinen Job zu finden.

Weitere 81 Prozent glauben, bis 2025 in einem Arbeitsverhältnis zu stehen. Und 73 Prozent sehen es als sehr wahrscheinlich an, dass sie in den nächsten fünf Jahren beruflichen Erfolg haben werden. 75 Prozent sind zudem überzeugt davon, dass sie in den nächsten fünf Jahren ausreichend Geld verdienen werden. Auch in Bezug auf das Arbeitsleben sind die Berufseinsteiger optimistisch: 75 Prozent glauben, dass sie bis 2025 Sinn in der Arbeit finden und 64 Prozent sind überzeugt, dass sie in ihrem beruflichen Leben bis 2025 flexibel sein können.

Mit seiner aktuellen Wohnsituation hingegen ist nur jeder Dritte zufrieden (35 Prozent). Laut der Studie wohnt auch fast jeder zweite Umfrageteilnehmer (42 Prozent) noch bei den Eltern oder in einer Wohngemeinschaft. 35 Prozent der Berufsanfänger haben weniger als 50 Quadratmeter zur Verfügung.

Zufrieden sind Berufseinsteiger am ehesten mit der Situation ihrer Familie und Freunde (51 Prozent). Die Studie zeigt: Ihnen ist der persönliche Kontakt mit Freunden auch wichtiger als andere Freizeitbeschäftigungen. 57 Prozent der Befragten nutzen die Freizeit für soziale Kontakte und Treffen mit Freunden. Auf der anderen Seite sind für 47 Prozent Streaming-Dienste und TV-Angebote die Freizeitbeschäftigung der Wahl, an dritter Stelle folgt Sport (35 Prozent).

Am meisten Sorgen machen sich Berufseinsteiger hingegen vorrangig um Themen, die sie selbst konkret betreffen: allgemeine Ungewissheit über die Zukunft (45 Prozent), Verlust von Freunden oder Familie (34 Prozent) und die finanzielle Situation (29 Prozent).

Dieser weitaus positive Blick in die Zukunft zeuge „von einer Generation, die selbst für ihre Wünsche und Ziele einsteht“, findet Sönke Mißfeldt, Vorstand bei Tecis Finanzdienstleistungen. Aber: „Dafür müssen aber auch Anreize geschaffen werden, um in die Zukunft investieren zu können und Eigenverantwortung zu ermöglichen. Finanzberatung setzt hier an und ermöglicht der Generation Y und Z Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg“, so der Appell des Experten.

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Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

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