Ein älteres Paar sitzt auf einer Parkbank und schaut auf die Schiffe im Yachthafen von Damp. Reisen steht bei vielen Rentnern als Wunsch ganz oben. © dpa/ picture-alliance/ Rolf Kremming
  • Von Manila Klafack
  • 16.03.2020 um 14:21
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Deutsche, die über 65 Jahre alt sind und eine Immobilie ihr Eigen nennen, sind eher nicht von einer Altersarmut betroffen – und doch kommen viele gerade mal so über die Runden. Jeder Vierte könnte bis zu 500 Euro im Monat für Annehmlichkeiten, wie Reisen oder Restaurantbesuche, gut gebrauchen, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

Knapp ein Viertel (24 Prozent) der Immobilienbesitzer im Rentenalter wünschen sich bis zu 500 Euro monatlich mehr zur freien Verfügung. Fast jeder Dritte (29 Prozent) hätte sogar gern bis zu 1.000 Euro mehr im Monat, um sich Wünsche zu erfüllen. Das ist das Ergebnis der aktuellen Studie „Wertfaktor Senioren-Report 2020“ der Gesellschaft für Konsumforschung GfK im Auftrag des Unternehmens Wertfaktor. Dabei handelt es sich um einen Immobilien-Aufkäufer, der seinen Kunden ein lebenslanges Nießbrauchrecht gewährt.

Das Klischee des Rentners, der wegen seines eigenen Hauses oder der eigenen Wohnung gut für den Ruhestand vorgesorgt habe, sei damit widerlegt, berichtet Wertfaktor. Insgesamt geben 67 Prozent der befragten Deutschen über 65 an, dass sie sich nicht alle Wünsche erfüllen können.

Rentner mit Immobilien würden gern öfter verreisen

Vor allem Reisen stehen auf der Wunschliste ganz oben – 60 Prozent der Ruheständler in den eigenen vier Wänden gaben das an. 34 Prozent sagten, mehr Essen gehen zu wollen, weitere 27 Prozent wollen laut Umfrage gern renovieren oder sich neue Möbel oder eine neue Küche anschaffen.

Für das tägliche Leben reiche 64 Prozent der Befragten ihr Haushaltsnettoeinkommen aus, heißt es weiter. 34 Prozent sagten, dass das Einkommen zwar reiche, aber sie jede Ausgabe abwägen müssten. Bei 3 Prozent reiche das Geld überhaupt nicht für den Alltag aus.

Verkaufen wollen die meisten (82 Prozent) dennoch nicht. Sie wollen weiter im eigenen Heim wohnen. Zudem gaben 27 Prozent an, ihren Kindern die Immobilie vererben zu wollen.

„Unsere Studie zeigt, dass die Immobilie im Rentenalter nur noch bedingt ihren Zweck zur Altersvorsorge erfüllt“, stellt Wertfaktor-Gründer und -Geschäftsführer Christoph Neuhaus fest. Viele Rentner würden finanzielle Flexibilität benötigen, ihr Vermögen aber gebunden sei. „Offensichtlich wird Betongold als Ideallösung für jede Lebensphase überschätzt“, meint Neuhaus.

„Erzwungene Altersbescheidenheit“

„Von Altersarmut trotz Eigentum kann man in vielen Fällen sicher nicht sprechen, von einer erzwungenen Altersbescheidenheit aber durchaus“, so der Wertfaktor-Chef weiter. Zwei Drittel der Eigenheimbesitzer, die sich noch gerne Wünsche erfüllen möchten, würden erklären, dass ihnen hierfür die Liquidität fehle. Immerhin 25 Prozent der Befragten tilgen auch im Rentenalter noch einen Immobilienkredit oder eine Hypothek.

 

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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