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Studie der Finanzaufsicht Jeder zweite Brite will nicht für Beratung zahlen

Viele Briten sind nicht bereit, für eine Finanzberatung zu zahlen, obwohl sie diese eigentlich benötigen.
Viele Briten sind nicht bereit, für eine Finanzberatung zu zahlen, obwohl sie diese eigentlich benötigen. © FCA

Seit viereinhalb Jahren gilt in Großbritannien das Provisionsverbot in der Anlageberatung. Eine neue Studie der britischen Finanzaufsicht FCA hat jetzt untersucht, wie sich die Reform auf das Anlageverhalten der Bürger im Königreich ausgewirkt hat. Die Ergebnisse dürften Anlass zur Sorge geben.

| , aktualisiert am 04.07.2017 11:17  Drucken

Die Studie „Financial Advice Market Review“ (FAMR) hat die britischen Bürger danach gefragt, inwieweit sie bereit sind, für eine Finanzberatung zu bezahlen. Seit Januar 2013 ist eine provisionsbasierte Beratung nicht mehr zulässig, sondern nur noch eine Beratung gegen Honorar.

Dem Studienreport zufolge würden insgesamt 46 Prozent der Befragten – und damit weniger als die Hälfte – eine honorarbasierte Beratung in Anspruch nehmen, wenn die Kosten dafür „angemessen“ seien. Dabei zeigen sich große Unterschiede, wenn man die Befragten in drei Gruppen einteilt.

In Gruppe 1 teilt die FCA jene Briten ein, die in den vergangenen 12 Monaten bereits eine Beratung nach den neuen Vorschriften in Anspruch genommen haben. Von ihnen ist die große Mehrheit (81 Prozent) auch künftig dazu bereit, für die Finanzberatung zu bezahlen. Allerdings bröckelt die Zustimmung in den Gruppen 2 und 3 deutlich (siehe Grafik).

Was zeichnet diese Gruppen aus?

Der zweiten Gruppe gehören Briten an, die bislang keine Beratung in den vergangenen 12 Monaten nutzten, allerdings nach Einschätzung der FCA sehr wohl einen Bedarf dafür hätten. Gruppe 3 repräsentiert die Bürger, die ebenfalls keine Beratung erhielten, darauf aber auch nicht so sehr angewiesen seien.

Vor allem beim Blick auf Gruppe 2 wird es problematisch:

So erklärt jeder zweite Befragte mit Beratungsbedarf (51 Prozent), grundsätzlich für eine Beratung nicht zahlen zu wollen. Zudem würden nur 19 Prozent der Befragten aus Gruppe 1, die durchaus bezahlen würden, auch dazu bereit, mehr als 500 Pfund auf den Tisch zu legen. Allerdings beträgt das durchschnittliche Beratungshonorar in Großbritannien mehr als 500 Pfund, berichtet die FCA.  

Weiter zeigt die Studie, dass 72 Prozent der Befragten aus Gruppe 1 der Ansicht sind, dass die von ihnen verlangte Gebühr in Ordnung war, 21 Prozent empfanden sie als zu teuer.

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