Beobachtet die Entwicklung der gewerblichen Cyber-Absicherung schon länger: Robert Dietrich von Hiscox. © Hiscox
  • Von Juliana Demski
  • 07.08.2019 um 12:06
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Die Zahl der Cyber-Attacken hierzulande wächst weiter. Wie eine aktuelle Studie des Spezialversicherers Hiscox zeigt, hat mehr als die Hälfte der befragten Firmen (61 Prozent) in den vergangenen zwölf Monaten einen Cyber-Angriff erlebt. Der Schutz bleibt unzureichend, aber immerhin erkennen immer mehr Unternehmen das Risiko.

61 Prozent der im Rahmen einer Hiscox-Studie befragten Unternehmen haben im vergangenen Jahr mindestens einen Cyber-Angriff auf die eigenen Systeme erlebt. Weitere 30 Prozent berichten von vier und mehr Attacken, 20 Prozent von einer noch höheren Zahl. Gleichzeitig steigen auch die Kosten für Schäden: Lagen sie 2018 noch bei 229.000 US-Dollar (umgerechnet rund 204.700 Euro) pro Unternehmen, so waren es 2019 bereits 369.000 US-Dollar (rund 329.900 Euro). 

Vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen scheinen von den Cyber-Angriffen betroffen zu sein:  

In allen untersuchten Ländern (Deutschland, den USA, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Belgien und den Niederlanden) wurden 47 Prozent der kleinen und 63 Prozent der mittelgroßen Betriebe Opfer von Cyber-Attacken (Report 2018: kleine Betriebe: 33 Prozent; mittlere Betriebe: 36 Prozent). Durch die zunehmende Vernetzung der Unternehmen finden Cyber-Kriminelle zudem mehr potenzielle Einfallstore, um in fremde Systeme zu gelangen. Besonders die digitalisierte Lieferkette wurde 65 Prozent aller betroffenen Unternehmen zum Verhängnis und die Angreifer nutzten Verbindungen zu Zulieferern, um Zugriff zu erlangen. 

„Der Anstieg von Schadenfällen und -summen verwundert uns nicht. Natürlich lässt sich die dramatische Steigerung teilweise damit erklären, dass Unternehmen sensibilisiert wurden, nachdem die DSGVO in Kraft trat“, so Robert Dietrich von Hiscox. 

Und weiter: „Heute werden mehr entdeckte Schadenfälle auch gemeldet. Gleichzeitig ist das Niveau von Schutz- und Präventionsmaßnahmen in vielen Unternehmen nach wie vor bedenklich. Diesen Vorteil können Cyber-Kriminelle leicht für sich nutzen. Entscheider müssen realisieren, dass Cyber-Kriminalität ein reales Geschäftsrisiko der digitalisierten Welt ist, und nicht nur eine Mode-Erscheinung“, so der Appell des Experten.

Zwar sind die Unternehmen noch immer nicht dazu bereit, sich ausreichend vor Cyber-Gefahren zu schützen. Laut Studie wächst aber immerhin das Bewusstsein für die Gefahr:

Seit 2017 sind Unternehmen immer weniger überzeugt von ihren Cyber-Strategien. So gaben beispielsweise im Report 2019 nur noch 59 Prozent der international Befragten an, dass ihre Geschäftsleitung eine klare Vorstellung davon hat, wie Cyber-Sicherheit gemanagt werden muss. Im Report 2018 stimmten dieser Aussage noch 61 Prozent zu und 2017 sogar 75 Prozent. 

Gemessen an den Kriterien Strategie, Ressourcen, Technologie und Prozesse zähle die überwiegende Mehrheit (70 Prozent) der befragten deutschen Unternehmen zu den sogenannten Cyber-Anfängern, so die Studienautoren. Auf den Fall eines Cyber-Angriffs sind sie nur unzureichend vorbereitet. 19 Prozent gelten als Fortgeschrittene und nur 11 Prozent als Cyber-Experten (Report 2018: 77 Prozent Anfänger; 14 Prozent Fortgeschrittene; 10 Prozent Experten). 

Immerhin:

Immer mehr Unternehmen in Deutschland verfügen über einen Mitarbeiter, der für Cyber-Angelegenheiten zuständig ist (85 Prozent). 2018 hatten diesen nur 69 Prozent. Außerdem reagieren mehr Firmen mit konkreten Gegenmaßnahmen, wenn sie Opfer eines Cyber-Angriffs wurden. Nur noch 32 Prozent der betroffenen deutschen Unternehmen gaben an, dass sich nach einer Attacke nichts geändert hat (Report 2018: 45 Prozent). Zur Absicherung ihrer Risiken haben international bereits 41 Prozent der Studienteilnehmer eine Cyber-Versicherung abgeschlossen (Report 2018: 33 Prozent), 30 Prozent planen einen Abschluss innerhalb des kommenden Jahres (Report 2018: 25 Prozent).

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Juliana

Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

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