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Studie Deutschland Schlusslicht im Direktvertrieb

Der Direktvertrieb (Direct writing) in Deutschland findet nur unter ferner liefen statt.
Der Direktvertrieb (Direct writing) in Deutschland findet nur unter ferner liefen statt. © Insurance Europe

Vermittlerland Deutschland: Der hiesige Lebensversicherungsmarkt ist von den Vertriebswegen Ausschließlichkeit und Makler geprägt, während in vielen anderen europäischen Ländern der Bankvertrieb den Ton angibt. Der Direktvertrieb spielt hierzulande hingegen kaum eine Rolle. Das zeigt eine Untersuchung durch den europäischen Versicherungsverband Insurance Europe.

| , aktualisiert am 04.01.2017 17:53  Drucken
Während der Lebensversicherungsmarkt in Italien (97 Prozent) und Frankreich (64 Prozent) fest in den Händen des Bankvertriebs (Bancassurance, siehe Grafik) liegt, werden die meisten Leben-Produkte in Großbritannien (83 Prozent) und Deutschland (73 Prozent) entweder über Ausschließlichkeitsvertreter (Agents) oder Makler (Broker) vermittelt. Das zeigt eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung des europäischen Versicherungsverbands Insurance Europe auf Basis von Marktdaten aus dem Jahr 2014.



Weitere europäische Länder, in denen der Bankvertrieb im Leben-Bereich dominiert sind demnach Malta (82 Prozent), Portugal (80 Prozent), Türkei (79 Prozent) und Spanien (63 Prozent).

Zu den kleineren Märkten, wo ähnlich wie in Deutschland, der Vertrieb über den Außendienst oder Makler stark ausgeprägt ist, zählt Bulgarien (85 Prozent), in Slowenien und Slowakei bestimmen die Vertreter frei von Maklerkonkurrenz den Markt (82 beziehungsweise 63 Prozent).

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Weiter zeigt der europäische Vergleich, dass der Direktvertrieb (Direct writing) im deutschen Leben-Geschäft nur unter ferner liefen stattfindet und zusammen mit Malta und Portugal das Schlusslicht im 16-Länder-Vergleich bilden. Vorreiter im Direktgeschäft mit einem Marktanteil von mehr als 40 Prozent ist Kroatien – auch in den Niederlanden und der Slowakei ist der Direktvertrieb mit deutlich über 30 Prozent stark ausgeprägt.

„Versicherer setzen die Weiterentwicklung ihrer Multi-Kanal-Strategie fort und investieren in neue Technologien“, resümieren die Experten von Insurance Europe. Es gehe den Unternehmen darum, „innovative Wege zu finden, um Produkte zu vertreiben, die das Kundenerlebnis verbessern und die ihren Erwartungen entsprechen“.

Auf regulatorischer Ebene dürften jüngste EU-Initiativen wie IDD und Priips sehr wahrscheinlich einen Einfluss auf die bestehenden Vertriebskanäle in den EU-Mitgliedstaaten haben, folgert Insurance Europe.

Hier geht es zur Studie sowie zur Vertriebskanal-Übersicht im Nicht-Leben-Geschäft.




Die Vertriebswege in der Lebensversicherung, wie sie sich in 16 europäischen Ländern darstellen (gemessen an Bruttoprämien im Jahr 2014 (gross written premiums, GWR)).

Malta (MT), Portugal (PT), Italien (IT), Turkei (TR), Frankreich (FR), Spanien (ES), Belgien (BE), Griechenland (GR), Kroatien (HR), Deutschland (DE), Schweden (SE), Slowenien (SI), Bulgarien (BG), Niederlande (NL), Slowakei (SK), Großbritannien (UK)



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