Stresstest der europäischen Versicherer Im Krisenszenario sieht es für ein Viertel der Versicherer schlecht aus

Gabriel Bernardino ist Präsident der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa.
Gabriel Bernardino ist Präsident der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa. © Eiopa

Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa hat nach dem Banken-Stresstest nun auch die europäischen Versicherer durchleuchtet. Das Ergebnis: Hält die Niedrigzinsphase weiter an, könnten bald viele Versicherer die Anforderungen von Solvency II nicht mehr erfüllen.

| , aktualisiert am 03.12.2014 18:11  Drucken
Auch wenn 86 Prozent der europäischen Versicherer derzeit die Kapital-Anforderungen der EU-Richtlinie Solvency II erfüllen, so ist das Ergebnis für ein Krisenszenario hingegen alarmierend. Bleibt das Zinsniveau in Europa weiterhin niedrig, könnten laut Eiopa 24 Prozent der Versicherer in acht bis elf Jahren ihre Garantien gegenüber den Versicherten nicht mehr erfüllen. Von dem Problem besonders betroffen wären beispielsweise deutsche Lebensversicherer mit langfristigen Zinsversprechen, da ihre Garantiezusagen oft länger laufen als die Kapitalanlagen selbst.

Würden zudem die Vermögenswerte sinken, etwa durch weitere Turbulenzen an den Kapitalmärkten, könnte das Kapital sogar bei 44 Prozent der Versicherer knapp werden. Besonders betroffen wären vor allem kleinere Unternehmen.

Eiopa hat die Stabilität von 60 europäischen Versicherungskonzernen und 107 Einzelversicherern untersucht. Die Aufsicht wollte wissen, wie widerstandsfähig die Branche ist und wo mögliche Schwachstellen liegen. Einzelergebnisse gab die Aufsicht nicht bekannt.
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