Stress ade Wie Sie dem Burnout den Garaus machen

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So sorgen Sie für Ihre wichtigste Ressource: Ihre Gesundheit

Geld ist nichts Schlechtes, das steht fest. Gerade in der Finanzdienstleistung strebt jeder danach, von seinem Geld gut leben zu können. Ob Rahmenvertrag plus Provisionsanteil oder ein Job, der rein auf Provision basiert: Jeder will den größtmöglichen Gewinn machen, will mit seinen Kunden das bestmögliche Geschäft abschließen. Denn daran werden wir gemessen und daran messen wir uns selbst.

Diese Lebenseinstellung geht so lange gut, solange wir wissen, warum wir das Ganze tun. Ist es der Job an sich, der mich glücklich macht? Oder ist es das Geld, das ich am Ende gegen einen wichtigen Wert eintausche: Urlaub, Hobbies, Familie und Freunde? Das Wichtigste ist, dass wir uns dessen bewusst sind, dass Geld nur ein Tauschmittel ist, damit wir mehr vom Leben haben. Geld ist also ein wichtiger Teil unseres Lebens. Manch einer meint vielleicht sogar, wer viel davon habe, sei glücklich. Aber natürlich wissen wir aus dem Volksmund: „Geld allein macht nicht glücklich.“ Was wir uns für Geld nämlich niemals kaufen können, ist Gesundheit.

Leistungsfreude statt Leistungsdruck: Wie Arbeit wirklich glücklich macht

In Deutschland wurde Anfang des Jahres der Stressreport veröffentlicht. Ihm zufolge leiden mehr als 40 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland unter Arbeits- und Leistungsdruck. Fast 20 Prozent fühlen sich körperlich und emotional erschöpft. 2012 haben so viele Arbeitnehmer wie noch nie wegen psychischer Probleme im Job gefehlt. Focus online stellte vor kurzem die provokante Frage: Mutieren die Deutschen zu einem Volk von psychisch Kranken?

Immerhin: Langsam aber sicher bemühen sich die Unternehmen, die äußeren Bedingungen für ihre Mitarbeiter angenehmer und stressfreier zu gestalten. Das allerdings betrifft vor allem die Angestellten mit Festgehalt. Das betrifft weniger diejenigen, die durch ihre Unabhängigkeit zwar mehr Geld verdienen können, dafür aber umso mehr leisten müssen und weniger Schutz vom Arbeitgeber genießen. Das sind die, die zum großen Teil für sich selbst verantwortlich sind. Für ihre Finanzen, aber auch für ihre Gesundheit und Lebensfreude. Und für das Eine bleibt das Andere nicht selten auf der Strecke.

Wenn wir von Gesundheit sprechen, meinen wir faktisch den Zustand optimaler Leistungsfähigkeit und einem damit einhergehenden Wohlbefinden auf körperlicher, geistiger und sozialer Ebene, so meint es auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Und daraus ergibt sich: Es besteht Handlungsbedarf, um seinen subjektiven Gesundheitszustand zu verbessern.

Die drei Burn-out Killer

So entkommen Sie der Stressfalle und entwickeln Leistungsfreude

Burnout-Killer Nr. 1: Mehr ICH-Zeiten

Kennen Sie den Unterschied zwischen „Dringend“ und „Wichtig“? Dringend sind die Dinge, die wir meist glauben, sofort erledigen zu müssen. Für wen? Meist für andere. Angebote schreiben und nachfassen, den nächsten Tag auf der Autobahn und im Büro planen, E-Mails an Kollegen schreiben, Projekte koordinieren, Kinder abholen, Geschenk für den Partner kaufen usw. Wichtig hingegen sind meist die Sachen, die man für sich selbst macht. Beispielsweise in Ruhe gute Musik hören, sich neue Ziele setzen und aufschreiben, ein gutes Buch lesen, um neue Inspiration zu bekommen usw.

Fakt ist: Wir alle brauchen eine Entschleunigung unseres Lebens. Schon lange haben wir uns zu Sklaven derjenigen technischen Geräte gemacht, die wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten erfunden haben – allen voran das Handy und die Armbanduhr. Wer am Tag nicht mindestens eine Stunde für sich selbst und somit die wirklich wichtigen (und nicht dringenden) Themen des Lebens hat, lebt ein Leben für andere. So arbeitet man auch niemals für eigene Ziele, sondern nur für Ziele von anderen.

Leistungsfreude-Tipp Nr. 1: Legen Sie einen Tag im Monat fest, an dem Sie für niemanden erreichbar sind, an einen schönen Ort fahren und sich diesen Tag nur um sich und Ihr eigenes Wohl kümmern. An diesem Tag können Sie sich auch neue Ziele setzen, ein tolles Buch lesen oder über bestimmte Dinge in Ihrem Leben nachdenken, die Sie verändern möchten. Wichtig: Am Ende des Tages legen Sie das Datum für Ihren „Inspirationstag“ im kommenden Monat fest.

Burnout-Killer Nr. 2: Persönliches Wachstum

Schon im Mutterleib und danach sind wir jeden Tag ein Stückchen gewachsen. Ständig wurden wir größer, stärker und konnten immer mehr. Irgendwann ist dieser Prozess auf körperlicher Ebene abgeschlossen. Dennoch sehnt sich jeder Mensch weiterhin nach persönlichem Wachstum. Deshalb ist es so wichtig, sich ständig die Möglichkeit zu geben, wachsen zu können.

Wie das geht? Durch Herausforderungen und Begeisterung. Viele Menschen sterben schon mit 35 Jahren, auch wenn sie erst mit 75 Jahren begraben werden. Die Gründe: Sie hören auf zu leben und bleiben in ihrer Komfortzone stecken. Sie sorgen nicht mehr dafür, Herausforderungen meistern zu können. Gleichzeitig beschäftigen sie sich überwiegend mit Dingen, für die sie sich nicht begeistern.

Wer sich im Leben für das, was er tut, nicht begeistert, erlebt keine positiven Emotionen und entwickelt keine Leidenschaft.

Leistungsfreude-Tipp Nr. 2: Wofür begeistern Sie sich eigentlich? Hätten Sie nicht im Innersten Ihres Herzens Lust, in einem Lebensbereich nochmal von vorne neu durchzustarten? Warum suchen Sie sich kein neues Hobby oder machen ein vielleicht schon praktiziertes nebenbei ein bisschen zum Beruf? Suchen Sie sich neue Reize und Herausforderungen, und wachsen Sie daran. Es geht nicht darum, etwas Besonderes zu schaffen, sondern das Leben zu spüren.

Burnout-Killer Nr.3: Zugehörigkeit und Verbundenheit

Jeder von uns hat den Wunsch, „dazuzugehören“. Das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, das uns unsere Mutter gegeben hat, kann niemals mehr getoppt werden. Daher ist jeder Mensch Zeit seines Lebens weiterhin auf der Suche nach Verbundenheit und möchte sich zu irgendeiner kleineren oder größeren Gruppe von Menschen zugehörig fühlen, die in die gleiche Richtung geht und sich gegenseitig unterstützt.

Leistungsfreude-Tipp Nr. 3: Gehen Sie Ihren neuen Weg der Begeisterung niemals alleine. Scharen Sie Menschen um sich, mit denen Sie sich austauschen. Knüpfen Sie jede Woche mindestens eine neue Beziehung. Wichtig: Nicht jeder muss deshalb gleich zu Ihrem besten Freund werden, und Sie müssen sich deshalb auch nicht ständig mit vielen Leuten umgeben, falls Sie eher jemand sind, der gerne auch mal für sich alleine ist. Tun Sie jeden Tag etwas für sich selbst, aber auch jeden Tag etwas für andere. Lassen Sie andere Menschen Ihre Wertschätzung nicht nur hören, sondern zeigen Sie sie ihnen.

Zum Autor:

Steffen Kirchner ist Referent, Motivationstrainer und Buchautor, der seine Karriere im Leistungssport begann. In seinen Vorträgen verbindet Kirchner die Welt des Hochleistungssports mit den Herausforderungen des täglichen Lebens.

Buchtipp:

Steffen Kirchner

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