Jeden Tag schloss Therese Schmid morgens ihren Miederwarenladen am Mohrenplatz in Garmisch-Partenkirchen auf. Sie sortierte Nachthemden, BHs, Höschen und andere „anspruchsvolle Wäsche“, bediente vor allem Damen mit „schwieriger Figur“. Und das 62 Jahre lang. Als ihr der Eigentümer des Ladens kündigte, stand der 98-Jährigen eine Phase bevor, die sie noch gar nicht kannte: die Rente. Lesen, abends lange fernsehen – vor allem Diskussionsrunden und politische Sendungen – sowie Café-Besuche mit alten Menschen hat sie geplant, erklärt sie dem Nachrichtenportal „Spiegel Online“. „Mir wird nicht langweilig“, ist Schmid überzeugt.

Sicherlich ist das Beispiel der Therese Schmid unüblich – mit über 90 Jahren noch zu arbeiten, ist wahrlich exotisch. Aber: Der Teil der Menschen, die hierzulande auch im Rentenalter noch arbeiten, ist nicht gerade klein. Bei den Männern sind es 28 Prozent, bei den Damen 18 Prozent (siehe Grafik unten). Viele haben nach wie vor Spaß an der Arbeit, wollen den Kontakt zu anderen Menschen oder wissen den geregelten Tagesablauf eines Arbeitstages zu schätzen. Aber auch das liebe Geld spielt oft eine Rolle.

Schließlich wechseln ältere Menschen jetzt unter besseren Voraussetzungen in den Ruhestand als früher: Sie sind gesünder und fitter und als Folge auch im Ruhestand noch aktiv. Sie wollen reisen, mehr Zeit für Hobbys oder Ehrenämter haben. Und solche Vorhaben müssen eben finanziert werden. Daher ist es wichtig, sich bereits lange vor der Rente um die Planung dieser Phase Gedanken zu machen.

Doch was gilt es dabei zu beachten? Welche Faktoren und Risiken spielen eine Rolle? Das sind Fragen, die man am besten mit einem Berater besprechen sollte. Warum? „Gerade in der Generation 50plus, die bald auf den Ruhestand zusteuert, aber zugleich noch ausreichend Zeit zur Vorsorge hat, gehen wir davon aus, dass 90 Prozent noch Wissenslücken haben“, sagt Malte Wolter, Gruppenleiter Produktmanagement der Condor Lebensversicherung. „Der Bedarf an einer Beratung für die Ruhestandsplanung ist daher groß.“

Quelle: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Illustration: bluebearry/iStock