Soziale Ungerechtigkeit Acht Milliardäre besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung

Ein Bettler auf der Straße: Die weltweite soziale Ungerechtigkeit wächst weiter.
Ein Bettler auf der Straße: Die weltweite soziale Ungerechtigkeit wächst weiter. © dpa/picture alliance

Die weltweite soziale Ungerechtigkeit nimmt immer weiter zu, zeigt ein aktueller Bericht der Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam. Daraus geht hervor, dass die acht reichsten Männer der Welt mehr Geld besitzen als die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung – also eine Masse von 3,6 Milliarden Menschen. Oxfam fordert nun einen weltweiten Mindeststeuersatz für Konzerne, die Schließung von Steueroasen, Transparenz bei Gewinnen und Steuerzahlungen internationaler Konzerne sowie Steuern auf sehr hohe Einkommen und Vermögen.

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Die acht reichsten Männer der Welt haben so viel Geld wie 3,6 Milliarden der ärmsten Menschen auf unserer Erde – nämlich umgerechnet rund 386 Milliarden Euro. Das ist ein Fakt, der aus dem aktuellen Bericht  „An Economy for the 99 Percent“ der Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam hervorgeht. Die weltweite soziale Ungerechtigkeit ist damit noch drastischer als erwartet. Die Organisation fordert nun einen weltweiten Mindeststeuersatz für Konzerne, die Schließung von Steueroasen, Transparenz bei Gewinnen und Steuerzahlungen internationaler Konzerne sowie Steuern auf sehr hohe Einkommen und Vermögen.



Der Bericht zeigt zudem, dass das reichste Prozent der Weltbevölkerung 50,8 Prozent des weltweiten Vermögens besitzt – und damit mehr als die restlichen 99 Prozent zusammen. Umgekehrt besitzt die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung nur einen Bruchteil von einem Prozent (0,16 Prozent) des weltweiten Vermögens.

Deutschland ist ebenfalls von sozialer Ungerechtigkeit betroffen

Auch zu der Situation in Deutschland gibt der Bericht Informationen: In Deutschland besitzen 36 Milliardäre so viel Vermögen (etwa 280 Milliarden Euro) wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung, das reichste Prozent besitzt rund ein Drittel des gesamten Vermögens (31 Prozent von etwa 368 Billionen Euro).

Schuld für diese Entwicklung haben vor allem Konzerne, die sich Vorteile auf Kosten des Allgemeinwohls verschaffen. Manche nutzen aggressive Steuervermeidungstechniken, verschieben ihre Gewinne in Steueroasen und treiben Staaten in einen ruinösen Wettlauf um Niedrigsteuersätze.

„Vielerorts stagnieren die Reallöhne, während Manager und Großaktionäre sich jedes Jahr steigende Millionenbeträge genehmigen. Für Bildung und Gesundheitsversorgung fehlt vielen Staaten das Geld, weil Superreiche und internationale Konzerne sich um ihre Steuerbeiträge drücken. Regierungen betreiben das Spiel der globalen Konzerne und reichen Eliten – und die Bevölkerung zahlt die Zeche. Das beschädigt den sozialen Zusammenhalt, behindert den Kampf gegen Armut und untergräbt den Glauben an die Demokratie. So bereitet Ungleichheit den Boden für Rechtspopulisten und andere Feinde einer solidarischen Gesellschaft“, kommentiert Jörn Kalinski, Kampagnenleiter von Oxfam Deutschland die Ergebnisse des Berichts.
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