Die Solvenzsituation der deutschen Versicherungsbranche ist auch 2017 gut, weiß der Versicherungsverband GDV zu berichten. © GDV
  • Von Juliana Demski
  • 08.05.2018 um 05:18, aktualisiert am 09.05.2018 um 01:20
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Auch in diesem Jahr steht es gut um die Solvenzlage der Versicherungsbranche. Das verlautbart der Versicherungsverband GDV. Allerdings ärgert man sich dort, dass die aufwendigen Solvenzberichte von Nicht-Experten kaum verstanden und gelesen würden. Der Verband setzt sich daher für eine Verschlankung der Informationen ein.

Laut dem neuen Aufsichtsregime Solvency II müssen alle Versicherer in Europa bis zum 7. Mai ihren „Bericht zur Solvabilität und Finanzlage“ (SFCR) veröffentlicht haben. Grund zum Zittern besteht jedoch nicht, denn laut Branchenverband GDV sieht es mit der finanziellen Stabilität der Versicherer in Deutschland weiterhin gut aus.

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Nach Berechnungen des Verbandes und den bereits veröffentlichten Daten der Finanzaufsicht Bafin für das vierte Quartal 2017 sei die Bedeckungsquote – also das Verhältnis der verfügbaren zu den aufsichtsrechtlich geforderten Eigenmitteln – in der Lebensversicherung auf rund 382 Prozent gestiegen (4. Quartal 2016: 316 Prozent).

Hinweis: Weitere Erklärungen zur Bedeutung der Bedeckungsquote und was diese aussagt, erfahren Sie auch hier.

In der Schaden-/Unfallversicherung belief sich die Bedeckungsquote demnach im vierten Quartal 2017 auf rund 284 Prozent gegenüber 278 Prozent im Vergleichszeitraum. Dies sei „auch eine Indikation für die Bedeckungsquote zum 31. Dezember 2017“, erklärt der Verband.

Zur Einordnung: Das nachhaltig höhere Zinsniveau stabilisiere die Branche und führe unter Solvency II folgerichtig zu höheren Solvenzquoten, so der Verband.

GDV-Kritik: Berichte für Nicht-Experten nahezu unverständlich

Zugleich kritisierte der GDV, dass die Vielzahl an gesetzlich geforderten Detailinformationen dazu führe, dass die Berichte für Nicht-Experten nahezu unverständlich seien. Um die Solvenzberichte auch für den interessierten Kunden lesbar zu machen, müsste den Unternehmen gestattet werden, sich auf wesentliche Informationen zu beschränken, so die Forderung. Nach geltender Rechtslage sei es bislang genau umgekehrt: Unternehmen müssen auch dann zu bestimmten Aspekten Auskunft geben, wenn sie gar nicht betroffen sind.

„Angesichts gerade einmal zweistelliger Downloadzahlen bei vielen Unternehmen steht der Aufwand für die SFCR-Erstellung in keinem Verhältnis zum Nutzen“, beklagt der GDV.

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Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

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