Solidarität zwischen den Generationen? Ein Drittel der jungen Leute will die Älteren nicht finanzieren

Eine ältere Frau lässt sich von einem Jugendlichen den Umgang mit dem PC erklären: Jung und Alt wünschen sich mehr Solidarität untereinander.
Eine ältere Frau lässt sich von einem Jugendlichen den Umgang mit dem PC erklären: Jung und Alt wünschen sich mehr Solidarität untereinander. © Getty Images

In Deutschland, der Schweiz und Frankreich sehnen sich knapp 90 Prozent der Menschen nach mehr Solidarität in der Gesellschaft – und das generationenübergreifend. Dieses Ergebnis liefert eine repräsentative Umfrage des Schweizer Anbieters von Finanz- und Vorsorgelösungen Swiss Life. Die Umfrage zeigt aber auch, dass einiges an Konfliktpotenzial zwischen den Altersgruppen lauert.

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89 Prozent der Bevölkerung in Deutschland, Frankreich und der Schweiz wollen mehr Solidarität zwischen den Generationen. 40 Prozent finden, dass das bislang nicht der Fall ist – so fühlen sich 63 Prozent der Alten und über die Hälfte der Jungen von der jeweilig anderen Generation nicht respektiert. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der Swiss Life, für die über 3.000 Bürger der drei Länder befragt wurden.

Die drei Nationen befinden sich in der Umverteilung von Jung und Alt, und je jünger die Befragten, desto höher schätzen sie auch das Konfliktpotenzial (Millennials: 70 Prozent, Generation X: 68 Prozent, Babyboomer: 63 Prozent, Veteranen: 55 Prozent).



Außerdem ist rund ein Drittel der Millennials nicht bereit, die ältere Generation zu finanzieren. 52 Prozent sind der Meinung, dass die Alten auf Kosten der Jungen leben. Diese stimmen dem seltener zu (Babyboomer: 23 Prozent, Veteranen: 14 Prozent). Auch finden 46 Prozent der Millennials, dass die Stimmen der Älteren bei Wahlen zu viel Gewicht haben.

Hauptkritikpunkt der älteren Generationen ist vor allem, dass sie die Jungen für zu ichzentriert halten. 65 Prozent aller Befragten stimmen dem zu. Die Jüngeren sogar zu 70 Prozent. Trotzdem finden immerhin 31 Prozent, dass ältere Menschen sich zu sehr für sich selbst interessieren.

Als die wichtigsten Gründe für die fehlende Solidarität sehen die Befragten außerdem noch die Umverteilung im Rentensystem, generationenspezifische Lebensgewohnheiten und -einstellungen sowie den fehlenden Respekt.

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Mehr Solidarität in Job und Familie

Trotzdem gibt es Lichtblicke: In Sachen Familie und Job sehen vier von fünf der beiden jüngeren Generationen das Potenzial von alten Menschen; sie würden gerne mehr von ihnen lernen. Das Pflegen der Eltern im Falle von Pflegebedürftigkeit würden auch vier von fünf Befragten übernehmen.
Neun von zehn Befragten empfinden die Zusammenarbeit mit Kollegen anderer Altersgruppen als positiv, angenehm und lehrreich. Mehr noch: 78 Prozent der Arbeitenden finden, dass es keinen Unterschied gibt, wie alt ein Kollege ist.

Eine firmeninterne Förderung der generationsübergreifenden Zusammenarbeit hat allerdings nur jeder fünfte schon einmal erlebt. Und: 54 Prozent der jüngsten Generation sind auf der Arbeit trotzdem lieber unter Gleichaltrigen. Jeder dritte Millennial denkt, dass die Zusammenarbeit mit Älteren zu Konflikten führen würde.

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