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Sofort-Risikoprüfung „Risikovoranfragen haben sich weitgehend überlebt“

Michael Franke: Franke und Bornberg
Michael Franke: Franke und Bornberg © Bernhard Huber

Michael Franke, Franke und Bornberg, über die Vorteile einer elektronischen Sofort-Risikoprüfung und das hauseigene Tool Vers.diagnose, das gemeinsam mit Munich Re entwickelt wurde.

| , aktualisiert am 29.06.2016 09:49  Drucken

Pfefferminzia: Was war der Auslöser, ein Online-Tool für die Risikovoranfrage zu entwickeln?

Michael Franke: Der Bedarf an einer elektronischen Sofort-Risikoprüfung über mehrere Versicherer hinweg ist schon lange ein essenzielles Anliegen von Versicherungsmaklern. Das ergibt sich schon aus den vergleichsweise umständlichen und zeitaufwendigen Risikovoranfragen. Für Makler ist es nicht ausreichend, nur einen Anbieter zu prüfen, wenn sich dabei Restriktionen ergeben. Die Risikovoranfrage war daher konsequent, hat sich durch Vers.diagnose aber weitgehend überlebt.

Gab es eine Art Initialzündung, das Projekt voranzutreiben?

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Franke: Der konkrete Anlass, 2013 mit einer Risikoprüfungsplattform zu starten, ergab sich aus zwei überlagernden Effekten. Die Akzeptanz für Digitalisierung ist deutlich gestiegen, und das Ausmaß an Risikovoranfragen ist für Versicherer inzwischen ein ernsthafter Kostentreiber. Bei größeren Maklerversicherern kommen jährlich 25.000 bis 35.000 Risikovoranfragen an. Nicht einmal ein Zehntel davon lässt sich in echte Anträge umwandeln. Vers.diagnose automatisiert diesen Prozess und schafft daher Geschwindigkeits- und Kostenvorteile.

Wie kam die Kooperation mit Munich Re zustande – und von wem ging die Initiative für das Tool aus?

Franke: Die Zusammenarbeit geht bereits auf erste Gespräche aus dem Jahr 2010 zurück. Wir haben nach einer Lösung gesucht, und Munich Re hat an einer Lösung gearbeitet. Munich Re ist für uns der ideale Partner, da es durch das umfassende Know-how in der Risikoprüfung erstmals gelungen ist, ein einheitliches Risikofragen-Set zu entwickeln, das alle Versicherer akzeptieren. Dennoch bleibt die Individualität der Risikoprüfung jedes einzelnen Versicherers erhalten, denn die Antworten auf die Risikofragen haben unterschiedliche Entscheidungen der einzelnen Versicherer zur Folge.

Reagiert der Vertrieb?

Franke: Auf jeden Fall. Es haben sich inzwischen über 8.000 unabhängige Berater und Vermittler auf der Plattform registriert. Diese Zahl spricht wohl für sich. Hinzu kommen viele Pools und auch Vertriebe. Es ist uns gelungen, das Tool kostenfrei für Makler anzubieten. Die Plattform finanziert sich aus den Kostenvorteilen für die Versicherer. Die Plattform bringt auch für Makler Kostenvorteile, denn gegenüber Risikovoranfragen ist der Prozess einfacher und schneller.

Bislang arbeiten zehn Versicherer mit Vers.diagnose. Stehen weitere in den Startlöchern?

Franke: Aktuell kooperieren wir mit Axa, Barmenia, DBV, Generali, Signal Iduna, Stuttgarter, SwissLife, Volkswohl Bund, Zurich und HDI. Mittelfristig wollen wir alle maßgeblichen Maklerversicherer an Bord holen.

Und welche Pools sind bis dato bereits mit dabei?

Franke: Den Anfang machte Fonds Finanz, mittlerweile sind unter anderem auch Blau direkt, GermanBroker.net, Netfonds, Jung, DMS & Cie und Vema angeschlossen. Neben diesen Pools nutzen auch viele Vertriebe wie Dr. Klein, Swiss-Life Select, Tecis sowie Telis die Vorteile von Vers.diagnose.

Planen Sie aktuell Neuerungen oder Veränderungen bei dem Tool?

Franke: Derzeit arbeiten wir an einer Umsetzung der Erweiterung auf alternative Produkte. Eine wichtige Weiterentwicklung ist die Implementierung der elektronischen Unterschrift und die Möglichkeit für den Makler, die erzeugten Anträge direkt an den Versicherer beziehungsweise Pool weiterzuleiten. Auch die Tarifberechnungsmöglichkeiten erweitern wir.

Mit Equot ist ein ähnlich konstruiertes Programm auf dem Markt. Spüren Sie die Konkurrenz?

Franke: Eine ähnliche Konstruktion sehen wir bei Equot nicht. Vers.diagnose hat mehrere Alleinstellungsmerkmale, zu nennen wäre zum Beispiel das einheitliche Fragen-Set und die zeitgleiche Prüfung aller Versicherer. Zudem ist Vers.diagnose nicht an eine Lizenz für ein Vergleichsprogramm gebunden, sondern frei verfügbar.

Stichwort vorvertragliche Anzeigepflicht: Wie wird dieser Aspekt mit dem Programm rechtskräftig umgesetzt?

Franke: Die Anzeigepflichten gelten natürlich bei Vers.diagnose gleichermaßen. Wir unterstützen eine korrekte Beantwortung durch einfach verständliche Fragestellungen und durch einen transparenten, kontextbezogenen Prozess. Man wird Schritt für Schritt durch die Fragen geführt. Für den Makler wird alles rechtssicher protokolliert, sodass er für eventuelle Streitigkeiten gewappnet ist.

Gibt es weiterhin Fälle, bei denen sozusagen noch in Handarbeit geprüft werden muss, ob der Kunde BU-versicherbar ist?

Franke: Die bisherigen Erfahrungen mit Vers.diagnose in Deutschland und ähnlichen Projekten in anderen Märkten zeigen auf, dass wir rund 70 Prozent der Fälle mit dem Tool abdecken können. Fälle, bei denen Arztunterlagen eingeholt werden müssen, bleiben weiterhin Gegenstand der manuellen Risikoprüfung.

Müssen im Beratungsgespräch eigentlich noch zusätzliche Formulare ausgefüllt oder Unterschriften geleistet werden – oder wird die gesamte Anfrage komplett digital abgewickelt?

Franke: Zusätzliche Formulare werden nicht benötigt, da der Abfrageprozess intelligent verzweigt, wenn Vorerkrankungen eingegeben werden. Sofern Arztunterlagen benötigt werden, geht es über den Weg der manuellen Prüfung beim Versicherer. Die elektronische Unterschrift ist vorbereitet und wird derzeit mit den Versicherern umgesetzt, die diesem Weg offen gegenüberstehen. Der entscheidende Vorteil von Vers.diagnose zeigt sich aber immer dann, wenn die Plattform bereits im ersten Kundengespräch eingesetzt wird. So weiß der Makler bereits vor der Erstellung von Angeboten, was überhaupt möglich ist. Und das steigert seine Kompetenz und führt zu erfolgreicheren Beratungsgesprächen.

Vers.diagnose auf einen Blick

Die Anfrageplattform Vers.diagnose hat das Hannoveraner Analysehaus Franke und Bornberg gemeinsam mit Munich Re entwickelt. Sie ging 2013 an den Start. Auf der Plattform haben die beteiligten Lebensversicherer ihre Regelwerke für die Risikoeinschätzung hinterlegt. Berater können nach Eingabe der erforderlichen Kundendaten auf Knopfdruck eine verbindliche Risikoeinschätzung der Anbieter abrufen. Dies ermöglicht eine Sofortannahme noch im Beratungsgespräch.

Die biometrischen Kundendaten werden mit einer Risikoprüfungsnummer verknüpft und sind 14 Tage lang für den Makler zugänglich. Da die persönlichen Daten erst bei Antragstellung eingegeben werden, ist die Anonymität der Risikoprüfung gewährleistet. Betrieben wird das Tool von der versdiagnose GmbH, aktuell nutzen es zehn Versicherer und rund 8.000 Makler.

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