Pfefferminzia: Viele Vermittler sehen die Kfz-Sparte als notwendiges Übel, das kaum Ertrag bringt. Sehen Sie das anders?

Tobias Haff: Das ist eine Frage der Prozessoptimierung. Je mehr die Produktvermittlung beim Makler bereits automatisiert abgewickelt wird, desto höher ist der Ertrag. Je mehr er sich mit Papieren verzettelt, umso problematischer ist der Vertrieb. Das Kfz-Geschäft gilt insgesamt als wichtiger Türöffner in der Branche und als ein vielversprechender Ansatz für das Cross-Selling-Geschäft.

Wie erfolgt die Vergütung bei Procheck24.de in Abhängigkeit von den gewählten Tarifen? Gibt es dort Wahlmöglichkeiten?

Daniel Hering: Der Vermittler kann die Vergütungsart und -höhe nicht direkt auswählen. Sie ist gekoppelt an die Gesellschaften und von diesen vorgegeben. Hier gibt es zwei Modelle: Einerseits die Abschlussvergütung, die häufig bei den Direktversicherern anzutreffen ist, andererseits die Bestandscourtage, die überwiegend von Service-Versicherern gewährt wird. Letztere passt sich an den Beitragszahlungsrhythmus an und wird dann von uns weitervergütet. Unsere Übersicht weist auf dem Portal genau aus, welche Gesellschaft wie abrechnet.

Wie groß sind die Unterschiede zwischen den Versicherern?

Haff: Bei den Abschlussprovisionen gibt es einen festen Satz pro Abschluss über alle Kfz-Tarife, die auf diese Weise abgerechnet werden. Dieser Standardvergütungssatz ist festgelegt, damit allein die Tarifmerkmale des Produktes entscheiden. Bei den Service-Versicherern bewegen wir uns in einem Bestandscourtagebereich von 4 bis circa 10 Prozent. Jedoch geht eine zweistellige Courtage meist mit vergleichsweise hohen Prämien einher, daher werden diese Tarife selten abgeschlossen. Die wettbewerbsfähigen Tarife mit guter Vergütung liegen bei 6 bis 7 Prozent auf den Nettoversicherungsbeitrag. Dieses Niveau ist den vergangenen Jahren weitgehend stabil geblieben.

Haben Vermittler geldwerte Vorteile, wenn sie die Tarife über Procheck24.de abschließen im Gegensatz zur Abwicklung über Pools oder per Direktanbindung?

Hering: Spezielle High-End-Provisionen für einzelne Produkte gibt es nicht. Das lässt sich auch nicht vereinbaren mit der Kalkulation und den Geschäftsmodellen der Versicherer. Man darf nicht vergessen, die Branche hat über Jahre hinweg Verluste eingefahren. Ein Wettbewerb über hohe Vergütungssätze wäre nicht zielführend. Wir sehen uns als Servicedienstleister, der den Fokus auf ein bestmögliches, effektives Gesamtkonzept der papierlosen Vermittlung legt. Das heißt, wir kümmern uns um die Optimierung der Abläufe und effiziente Abarbeitung des Geschäftsvorfalls. Durch die Zeitersparnis erzielt der Berater einen angemessenen Ertrag pro Stunde.