Anzeigetafel im Handelssaal der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main: 2016 investierten die Versicherer die Kundengelder zum allergrößten Teil in Rentenpapiere. © dpa/picture alliance
  • Von Manila Klafack
  • 04.12.2017 um 10:10
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 02:05 Min

Auch bei Fondspolicen spielt das Sicherungsvermögen der Versicherer mitunter eine Rolle, um Garantien und Sicherheitsbausteine darzustellen. Wie gehen die Versicherer aber eigentlich bei der Kapitalanlage vor? Und welche Regeln müssen sie dabei beachten? Hier erfahren Sie es.

Viele Menschen wünschen sich von ihrem Altersvorsorgeprodukt gute Ertragschancen, aber auch ein gewisses Maß an Sicherheit. Um beispielsweise Beitragsgarantien, Höchststandabsicherungen sowie ein Anlauf- oder Ablaufmanagement in ihren Tarifen umzusetzen, setzen die Versicherer oft auf ihr eigenes Kapitalanlagegeschick und nutzen das eigene Sicherungsvermögen. Das ist oft billiger und einfacher, als etwa Garantiefonds zu diesem Zweck einzusetzen.

2015 verwalteten die Gesellschaften knapp 1.500 Milliarden Euro Kapitalanlagen, zeigt das Statistische Taschenbuch des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Dabei sind sie strengen Regeln unterworfen, über deren Einhaltung die Finanzaufsicht Bafin wacht. Zu den maßgeblichen Gesetzen und Verordnungen zählen die Anlageverordnung (AnlV), das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) und das Vermögensanlagegesetz (VermAnlG).

Paragraf 2 der AnlV etwa nennt detailliert die zulässigen Anlagen, in die Versicherer das Geld der Kunden investieren dürfen. Dazu gehören vor allem sichere Papiere wie Staatsanleihen europäischer Staaten oder Deutschlands, Unternehmensanleihen mit guter Bonität sowie Immobilien.

Mit knapp 86 Prozent investierten die Versicherer im Jahr 2016 die Kundengelder zum allergrößten Teil in Rentenpapiere. Aktien machten laut GDV nur einen vergleichsweise kleinen Teil aus. Branchenweit lag der Anteil bei 4,4 Prozent.

Wegen des andauernden Niedrigzinsumfelds stellt das überwiegende Investment in Anleihen allerdings ein Problem dar – die Erträge gehen zurück. Wie gehen die Versicherer damit um? Sie suchen nach gut rentierenden Anlagen und gehen dort stärker rein. Beispiel Unternehmensanleihen. Machten diese Ende 2007 erst 1,1 Prozent des gesamten Kapitalbestands der deutschen Erstversicherer aus, so lag ihr Anteil im dritten Quartal 2014 schon bei 3 Prozent. Inklusive der über Fonds gehaltenen Unternehmensanleihen stieg der Anteil sogar auf 10 Prozent, berichtet der GDV. Aber auch Infrastrukturinvestments stehen zunehmend im Fokus der Versicherer. Dazu gehören etwa Anlagen in Windparks oder Fotovoltaik-Anlagen.

autorAutor
Manila

Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach ihrer Ausbildung zur Redakteurin verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

smiley-icon

achtung: Sie nutzen einen veraltete Version des Internet Explorer und daher kann es eventuell zu fehlerhaften Darstellungen kommen. Wir empfehlen den Internet Explorer zu aktualisieren oder Google Chrome zu nutzen.

verstanden!