Ein Neubaugebiet in Bayern: Wer über die Eigenheimfinanzierung nachdenkt, hat einiges zu beachten. © picture alliance/Lino Mirgeler/dpa
  • Von Juliana Demski
  • 26.02.2020 um 12:12
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Das Niedrigzinsumfeld verleitet manche Menschen dazu, sich unüberlegt in das Abenteuer Baufinanzierung zu stürzen. Wie die fünf häufigsten Fehler bei der Eigenheimfinanzierung lauten und wie sich diese vermeiden lassen, hat der Baufinanzierungsvermittler Baufi24.de zusammengefasst.

Mangelnde Kenntnis über eigene Finanzen

Wer sich den Traum der eigenen vier Wände erfüllen möchte, sollte im Voraus genau überlegen, was er sich eigentlich leisten kann. Einige Kosten lassen sich zuerst gar nicht richtig einschätzen – als da wären: Makler- und Notargebühren, Grunderwerbsteuer oder auch Kosten für Bodengutachten und Grundstücksvermessung, Hausanschlusskosten, Baugenehmigung, Mietkosten während der Bauphase, Versicherungen bis hin zur späteren Gestaltung des Außenbereichs. Zu der Einschätzung der eigenen finanziellen Mittel gehört deshalb auch eine ausreichende Absicherung im Alter. Laut Scharfenorth ist die monatliche Kaltmiete ein guter Anhaltspunkt: „Kann diese problemlos finanziert werden und bleibt noch etwas Luft, stellt eine vergleichbare Darlehensrate keine Schwierigkeiten dar.“ 

Zu wenig Eigenkapital

Während die meisten Interessenten nur an den Kredit denken, lassen sie das nötige Eigenkapital meist aus dem Spiel. In der Regel sollte man aber mit 20 bis 30 Prozent des Immobilienpreises rechnen, so der Experte. Denn: Zum einen gewähren Banken Kredite aufgrund des verringerten Risikos einfacher, zum anderen wird die Finanzierung für den Kreditnehmer günstiger. Durch die niedrigen Zinsen erscheinen die Raten für Darlehen kaum teurer oder sogar günstiger als die monatliche Miete. Heißt also: Je mehr Kapital zu Beginn vorhanden ist, desto geringer ist die Darlehenssumme und umso günstiger wird dadurch am Ende die Finanzierung.

Niedrige Raten

Günstige Monatstilgungen klingen zunächst einmal verlockend, sind aber auch problematisch. Denn je geringer die Raten, desto länger die Laufzeit – und desto höher auch die Zinsbelastung. Am Ende wird die Finanzierung dann deutlich teurer als nötig. Aber auch bei der Zinsbindung können Irrtümer ins Geld gehen: Je kürzer die Zinsbindung, desto günstiger der Kredit. Scharfenorth: „Allerdings sollten gerade jetzt Bauherren die Zinsaufschläge in Kauf nehmen, um die Anschlussfinanzierung mit wahrscheinlich höheren Zinsen so lange wie möglich aufzuschieben.“

Kein finanzieller Puffer

Wer schon bei der Kalkulation der Finanzierung an seine finanzielle Grenze geht, der sollte seine Entscheidung laut dem Experten noch einmal überdenken. „Bei der Kalkulation der Finanzierung ist es empfehlenswert, Rücklagen zu bilden. Ohne ein finanzielles Polster können beispielsweise unvorhergesehene Reparaturen schnell für Schwierigkeiten sorgen“, erklärt er. Aber auch nach dem Kauf ist ein Puffer gut – von etwa drei bis sechs Nettomonatseinkommen. So sind Ernstfälle wie Arbeitslosigkeit oder -unfähigkeit besser abgesichert. Scharfenorth: „Auch eine Risikolebensversicherung sowie Unfallversicherung sind im Ernstfall entscheidend. Mit einer gründlichen Absicherung muss beispielsweise Arbeitslosigkeit nicht auch den Verlust des neuen Eigenheims bedeuten.“

Zu wenig Beratung

Gerade bei einer so wichtigen Entscheidung wie der Kauf eines Eigenheims sei eine persönliche, individuelle Beratung entscheidend, sagt der Baufinanzierungsprofi. Die Lage, das Eigenkapital, Einkünfte oder die Familienplanung – bei diesen Dingen könne ein Ansprechpartner besser alle Fragen beantworten. Dabei rät Scharfenorth, vielfältig zu vergleichen und erst dann das beste Angebot auszuwählen.

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Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

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