Dimitri Ratke © Pressefoto
  • Von Manila Klafack
  • 08.06.2021 um 15:43
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 01:40 Min

Immer mehr Selbstständige üben verschiedene Tätigkeiten aus – man spricht dann von Mischbetrieben. Doch was bedeutet das für die Risikoeinstufung in der Betriebshaftpflicht? Was müssen Makler und Kunden beachten und welche Produktlösungen bieten die Versicherer an? Hierüber sprachen wir mit Dimitri Ratke, Geschäftsführer des rs Maklerkontors in Minden.

Pfefferminzia: Welche Erfahrungen machen Sie bei Versicherungen für Mischbetriebe auf Seiten der Kunden?

Dimitri Ratke: Viele Mischbetriebe sind nicht ausreichend beziehungsweise richtig versichert. Denn es wird oft vergessen, alle Nebentätigkeiten im Versicherungsschutz im Laufe der Zeit aufzunehmen. Dies wird übrigens auch oft von den Handwerksunternehmen bei der Erweiterung des Gewerbes beim Gewerbeamt vernachlässigt.

Wo liegen die Probleme der Kunden, insbesondere die von Existenzgründern?

Ein Praxisbeispiel: Gründung eines Galabau-Betriebs. Inhaber fängt mit seinem Vater an und macht zunächst nur typischen Garten- und Landschaftsbau. Kurze Zeit später nimmt er den ersten Auftrag für Abrissarbeiten einer Halle an. Im Winter entschließt er sich, auch Winterdienst anzubieten. Jedoch wird oft versäumt, die neuen Risiken dem Haftpflichtversicherer beziehungsweise Vermittler mitzuteilen.

Wie gehen Sie mit diesem Kundenverhalten um?

Der Kunde wird zu Beginn der Geschäftsbeziehung darauf hingewiesen, dass sämtliche Änderungen anzeigepflichtig sind. Nur wenige machen das in der Praxis und erweitern den Versicherungsschutz geschweige denn das Gewerbe. Der Versicherer schreibt den Kunden in der Regel jährlich an und fragt, ob es Änderungen gab. Aber im Alltag gehen solche Schreiben schon mal unter.

Im Jahresgespräch fragen wir den Kunden anschließend nach Änderungen und dann wird der Versicherungsschutz geprüft. In diesen Fällen muss der bestehende Vertrag angepasst und gegebenenfalls umgedeckt werden, da das neue Risiko beim aktuellen Versicherer unerwünscht ist oder einfach unverhältnismäßig teuer wird.

Wie sehen Ihre Erfahrungen mit Versicherungsunternehmen bei dem Thema aus?

In der Regel wird die Prämie nach dem höchsten Risiko kalkuliert, auch wenn das Risiko nur einen kleinen Teil des Gewerbes ausmacht. Somit kann es für manche Mischbetriebe je nach Risiko einfach bei vielen Versicherern unattraktiv werden. Ausschreibungsplattformen wie zum Beispiel bi:port von bi:sure helfen uns im Alltag ungemein. Auch Versicherer sind aus meiner Sicht in der Pflicht, sich diesem wichtigen Thema zu öffnen und uns Maklern den Prozess zu erleichtern.

Welchen Tipp können Sie Maklerkollegen geben, die sich beim Versichern von Mischbetrieben schwertun?

Sich auch neuen Versicherern beziehungsweise Produkten oder auch digitalen Tools zu öffnen. Es gibt viele Tools, mit denen man die Kundenkommunikation automatisiert verbessern kann. Aber auf der Produktseite hat sich ebenfalls viel getan. Es gibt einige neue digitale Versicherer auf dem Markt, und diese haben richtig tolle Konzepte. Ein gutes Beispiel ist andsafe. Hier erfolgt die Absicherung von Mischbetrieben nach der umsatzstärksten Betriebsart – alle sonstigen, branchenüblichen Betriebsarten sind automatisch mitversichert.

Mehr Infos zum rs Maklerkontor finden Sie hier.

autorAutorin
Manila

Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

smiley-icon

achtung: Sie nutzen einen veraltete Version des Internet Explorer und daher kann es eventuell zu fehlerhaften Darstellungen kommen. Wir empfehlen den Internet Explorer zu aktualisieren oder Google Chrome zu nutzen.

verstanden!