Ein LKW verlässt das Pfizer-Werk in Puurs, Belgien, am 2. Dezember 2020 um den Impfstoff gegen Covid-19 nach Großbritannien zu transportieren, wo der Impfstoff bereits zugelassen ist. © picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Virginia Mayo
  • Von Lorenz Klein
  • 09.12.2020 um 16:03
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Nicht zuletzt die baldige Auslieferung des Corona-Impfstoffs macht es deutlich: Gewerblich genutzte LKW sind vielen Risiken ausgesetzt. Ein passender Versicherungsschutz ist daher unerlässlich. Worauf es dabei für Logistiker und Versicherungsmakler ankommt.

Sie haben nicht das beste Image, doch ohne sie geht in Deutschland nichts voran – rund 3,3 Millionen Lastkraftwagen verkehren hierzulande auf Autobahnen, Land- und Dorfstraßen beziehungsweise sind aktuell beim Kraftfahrt-Bundesamt gemeldet. Die Systemrelevanz der deutschen LKW-Flotte dürfte in naher Zukunft noch mal ganz besonders unter Beweis gestellt werden: Denn die geplante Verteilung des ersten Corona-Impfstoffes stellt das Transportgewerbe – und damit auch die Transportversicherer – vor immense Herausforderungen. Der Corona-Impfstoff werde zur „Luxusfracht“, teilte die Kravag-Versicherung, ein Tochterunternehmen der R+V Versicherung, Ende November mit. Geht beim Transport etwas schief, müsse im Zweifel die ganze Ladung vernichtet werden, heißt es.

Zu den Risiken zählten neben einem Unfall des LKW beispielsweise auch die Unterbrechung der Kühlkette oder Diebstahl. Denn selbstverständlich dürfe der Impfstoff nur mit speziellen Kühltransportern verteilt werden, deren Temperatur von circa minus 70 Grad permanent überwacht werde. Voraussetzung sei auch eine entsprechende Sicherheitstechnik wie GPS-Tracking und Sensoren. Zudem gilt: Um die Ladung zu schützen, dürfen die LKW ihre Route nicht verlassen, Zwischenstopps sind nur auf bewachten Parkplätzen erlaubt. Außerdem müssen die Transporter laut Kravag mit zwei Fahrern besetzt sein, damit das Fahrzeug nie unbeaufsichtigt bleibt. „Sollte sich herausstellen, dass für den Impfstoff ein besonderes Diebstahlrisiko besteht, könnte sogar ein Begleitfahrzeug notwendig werden“, sagt Torben Siegmund, Abteilungsleiter Transport bei der Kravag. Da wundert es einen nicht mehr, dass zum Beispiel in Großbritannien, wo bereits kürzlich der „Startschuss“ für den Biontech-Pfizer-Impfstoff erfolgt ist, die Armee die wertvolle Fracht beaufsichtigen soll. Ist solch ein Unterfangen überhaupt versicherbar? Ja, meint Experte Siegmund – aber eben nur dann, wenn auch die beschriebenen Sicherheitsvorkehrungen eingehalten würden.

Personenschäden sinken, trotz deutlich mehr Transportleistung

Schon zu Zeiten, in denen „Corona“ den meisten Deutschen allenfalls als Biermarke geläufig war, erwies sich der Transport via LKW als durchaus vertrackt. Hoher Termin- und Preisdruck gepaart mit hoher Verkehrsdichte, sorgen für Dauerstress bei den Spediteuren – von dem die Fahrer nicht verschont bleiben: 2018 waren insgesamt 31.803 Fahrer von sogenannten Güterkraftfahrzeugen an Unfällen mit Personenschaden beteiligt, wie das Statistische Bundesamt meldet. Die gute Nachricht: Das waren rund ein Drittel weniger als 1995 – obwohl zugleich die Fahrleistung von Güterkraftfahrzeugen zwischen 1995 und 2018 um 39 Prozent und die Transportleistung sogar um über 75 Prozent gestiegen ist. Auch bezogen auf den Bestand hat sich die Beteiligung von LKW an Unfällen mit Personenschaden reduziert: Wurden 1995 noch 153 Unfallbeteiligte je 10.000 in Deutschland zugelassenen Güterkraftfahrzeugen gezählt, so waren es 2018 nur noch 84 – ein Minus von knapp 45 Prozent.

Darauf kommt es an

Doch so erfreulich diese Entwicklung ist – das Risiko für Mensch, Material und Maschine, auf den bundesdeutschen Fernstraßen buchstäblich auf der Strecke zu bleiben, ist hoch. Unwetter, Unfälle oder Vandalismus sind für jeden Brummi-Fahrer ganz reale Schadenereignisse (siehe Grafik). Um die zahlreichen Gefahren, die auf und abseits der Straße drohen, abzusichern, ist eine gewerbliche LKW-Versicherung unverzichtbar. Doch worauf kommt es bei einem Vergleich der unterschiedlichen Tarifwerke in Haftpflicht-, Teilkasko- und Vollkaskoversicherung an? „Eine gewerbliche Kraftfahrzeugversicherung unterscheidet sich im Grundgerüst nicht wesentlich von einer privaten Kfz-Versicherung“, sagt Versicherungsmakler Mario Müller. „Die Kfz-Haftpflicht sichert genauso Schäden an einem dritten Fahrzeug oder einer Person ab, der Teilkasko-Anteil versichert Diebstahlschäden oder Schäden durch Wildunfälle am Fahrzeug, und wer eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen hat, ist finanziell auch gegen Eigenschäden abgesichert“, erklärt der Gründer und Geschäftsführer des Maklerunternehmens transparent-beraten.de aus Berlin.

Seite 2: Welche Stellschrauben die Tarife bieten und was Makler leisten müssen

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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